Gideon Falls Band 1 +Rezension+

Gideon Falls Band 1:
Die Schwarze Scheune

Lemier liebt seine Superhelden, seine Familiendramen, seine Zukunftsvisionen. Dabei blickt er auch immer auf die düsteren Seiten. Mit Gideon Falls driftet diese Düsternis zum ersten Mal direkt in das Grusel/Horror Genre ab. Wir tauchen ein in eine Welt aus Schauer, Grusel, Glaube und Legenden.

Der gefallene Priester – Pater Fred – kommt nach Gideon Falls. Sein Vorgänger ist verstorben und kurz nach seiner Ankunft geschehen Morde unter recht mysteriösen Umständen in der kleinen Stadt. An einem anderen Ort sucht Norton im Müll einer Großstadt nach einem Gegenstand. Er katalogisiert ihn und spricht ein Vater Unser, bevor er zu Bett geht. Nortons Ärztin, Dr.  Xu, geht davon aus, dass das Suchen in Gossen und auf Müllkippen ein Ausdruck von Nortons psychischer Störung ist, doch er beharrt darauf, etwas wahrhaft Böses zu spüren. Pater Fred und Norton haben etwas gemeinsam, Visionen von der schwarzen Scheune.

Rot

Die grafische Umsetzung von Andrea Sorrentino ist eine Meisterleistung. Gleich zu Beginn von Gideon Falls wird bereits mit den Perspektiven gespielt. Im ersten Panel steht Norten auf dem Kopf, später wird uns seine Wohnung mit einer Fischaugenverzerrung gezeigt und Pater Fred und Norton werden auf zueinander gespiegelten Panels dargestellt. Doch das ist nur der Anfang, im Laufe der Geschichte wird diese Darstellung intensiviert und das Medium Comic wird unglaublich gut ausgenutzt. Die Details überraschen, beeindrucken immer wieder und sorgen hier und da für eine Gänsehaut.

Doch es wird nicht nur mit den Perspektiven und Darstellungsformen gespielt, sondern auch mit der Farbe Rot. Für Norton ist es eine Art Triggerfarbe. Rote Hintergründe und Verzerrungen, in denen die Outlines in Rot verschoben werden. Auch hier gibt es unendlich viele Varianten. Der Comic arbeitet sehr viel mit Bildsprache und erzielt darüber bestimmte Effekte beim Leser. Die Hintergründe zwischen den Panels gehen wie bei einem Filmstreifen ineinander über. Bilder zerfallen zu Einzelbildern, ich könnte noch so viel aufzählen, doch ich möchte dem Leser die Faszination beim Entdecken der Details nicht rauben.

In Gideon Falls dreht sich alles um die Schwarze Scheune und auch ohne den Twist auf der letzten Seite hätte ich dieses grafisch faszinierende Werk weiterverfolgt.

Gideon Falls ist...
  • ein großartiges Beispiel dafür, wie das Medium Comic genutzt werden kann.
  • durch seine grafische Arbeit leider nicht unbedingt für Einsteiger geeignet.
  • eine packende Geschichte, die den Leser mit seiner effektvollen Grafik nicht mehr loslässt.

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Gideon Falls 1, Splitter VerlagSzenario: Jeff Lemire
Zeichnung: Andrea Sorrentino
Hardcover mit 160 Seiten
Band 1 von X
ISBN: 978-3-96219-284-6
Erschienen am: 22.05.2019
beim Splitter Verlag

 

Der Comic wurde mir als kostenfreies Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung ist dadurch nicht beeinflusst.

 

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4 Gedanken zu „Gideon Falls Band 1 +Rezension+

  1. Ich habe es gerade gelesen und bin begeistert!

    Ich hatte das Comic schon auf der Wunschliste, seit Du damals diese Rezension geschrieben hattest (s.o.). Jetzt habe ich es mir am Freitag endlich gekauft und bin froh, Teil 2 auch direkt mitgenommen zu haben 😉

  2. Beim ersten Durchblättern fand ich die Zeichnungen noch etwas gewöhnungsbedürftig, aber als ich dann wirklich angefangen habe zu lesen, habe ich davon nichts mehr gemerkt. Wirklich eine klasse Story, wie man es vom Herrn Lemire gewohnt ist. Ich warte sehnsüchtig auf Band 3.

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