Dracula – Georges Bess +Rezension+

Dracula, Splitter Verlag

Dracula in atemberaubenden Bildern

Mina vermisst ihren Jonathan, er ist auf Geschäftsreise und nach seiner Rückkehr wollen sie heiraten. Diese Zeit vertreibt sie sich mit ihrer Freundin Lucy in Whitby am Meer, wo sie und viele Urlauber oft auf einem Friedhof bei den Klippen spazieren gehen. Jonathan dagegen hat eine sehr beschwerliche Anreise zum Grafen Dracula nach Transsilvanien und je weiter es ostwärts geht, umso schauerlicher wird diese. Insbesondere, als er am Vorabend des Aufbruchs zum Schloss mit dem Aberglauben der Einwohner konfrontiert wird.

Schauerlich schön

Bram Stokers Literaturklassiker Dracula sollte wohl den meisten in irgendeiner Form geläufig sein. Es wurde immer wieder in anderen Medien adaptiert und nun erneut in einem Comic. Georges Bess hält sich dabei an die Erzählform im Tagebuchstil, wie es der Roman tat. Doch setzt er als Erstes die Klippen von Whitby umwerfend in Szene, bevor er Jonathans Reise beschreibt.

Die Bilder sind in Schwarz-Weis gehalten und zeichnen sich an vielen Stellen durch ihre Struktur aus. Bess nimmt sich den Platz, den er braucht, um ein Motiv in Szene zu setzen, dabei zögert er nicht, einen großen Teil der Seiten schwarz oder weiß zu belassen, um die passende Stimmung zu erzeugen. Besonders zu Beginn nutzt er nur wenige Panel und setzt auf eine offene Gestaltung, die sich häufig über Doppelseiten zieht.

Im Laufe des Comics bekommt die Erzählung mehr “Struktur” durch geschlossene Panel, die sich aber weiterhin mit flächigen Gestaltungen abwechseln. Der Text kommt nur sehr reduziert zum Einsatz, vieles wird bereits durch die Bilder erzählt, deren Eindrücke durch den Text nur unterstrichen werden. Immer wieder kommen Fledermäuse als Stilmittel zum Einsatz und werden teilweise genutzt, um Abschnitte miteinander zu verbinden.

Neben vielen andern hat mich bereits die Seite 22 mit Jonathans Albtraum beeindruckt. Auf einer Splashpage werden hier Elemente aus dem Albtraum verworren, düster und miteinander verwebt dargestellt. Doch dies ist nur eines von vielen ausdrucksstarken Bildern in dem Comic, die mir die Idee von Bram Stoker perfekt widerzuspiegeln scheinen.

Dracula ist ein Kunstwerk, in dem sich Bilder aneinander reihen, die so schauerlich sind wie der Nachtmahr.

Dracula von Georges Bess ...
  • … ein Augenschmaus für Liebhaber der Gruselliteratur.
  • … bleibt erzählerisch dicht an der Romanvorlage.
  • … hat mich mit seinen Bildern und Seitengestaltungen immer wieder in Staunen versetzt.
Comics für Einsteiger
Auch für Comic-Einsteiger

Georges Bess verzichtet auf viel Text und lässt seine Bilder sprechen. Viele Seiten sind recht offen gestaltet, aber hier können auch Einsteiger sich einfach von ihrem Instinkt durch die Leserichtung führen lassen. Die Geschichte ist abgeschlossen und vielen dürfte die Geschichte um Graf Dracula bereits in irgendeiner Form geläufig sein. Eine Augenweide, nicht nur für Liebhaber von Klassikern der Horrorliteratur.

Anzeige

Dracula von Georges Bess

Szenario: Georges Bess (nach Bram Stoker)
Zeichnungen: Georges Bess
Hardcover mit 208 Seiten
ISBN: 978-3-96219-570-0
Erschienen am: 18.12.2020
beim Splitter Verlag

Der Comic wurde mir als kostenfreies Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung ist dadurch nicht beeinflusst.

Loading Likes...

2 Antworten

  1. Pink Anemone sagt:

    Da will man nur am Gewinnspiel teilnehmen und schwupps, lungert man schon hier herum und stöbert. Als begeisterte Gothic Novel-Leserin liebe ich natürlich diesen Klassiker und da ich ja jetzt auch zu den Comicleserinnen gehöre, muss ich diesen Comic haben!
    Die Tuschezeichnungen sehen atemberaubend aus, vor allem die Klippe. In so manchen Zeichnungen kann man sich aufgrund der Detailverliebtheit sicher verlieren.
    Also vielen Dank für dieses Comic-Schmankerl.

    Liebe Grüße und so weiter… *g*

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: