Skulldigger + Skeleton Boy +Rezension+

Black Hammer – Skulldigger + Skeleton Boy

Willkommen im Black Hammer Universum von Jeff Lemire. Falls du es noch nicht kennen solltest, hier gibt es Comics über eine Gruppe Superhelden, die keine Helden mehr sein dürfen. Ein Bösewicht, der eigentlich ein Held sein wollte, ein Superheld dessen Leben als Ehemann und Vater gezeigt wird und eine Heldengruppe aus dem Zweiten Weltkrieg, die ohne Superkräfte auskam. Alle Charaktere sind an bekannte Heldentypen angelehnt und dennoch anders. Doch diesmal wird es düsterer. Wir begeben uns in die Mitte der 90er, der Zeit der Anti-Helden und Selbstjustiz.

Von Waisen, Selbstjustiz und Dämonen

Spiral City hat Maskierte schon immer geliebt. Skulldigger ist einer dieser Maskierten, doch schreckt er nicht vor Selbstjustiz zurück. Er tötet den Abschaum lieber. Eines Abends kommt er allerdings zu spät, ein Räuber hat die Eltern eines Jungen erschossen, doch bevor auch der Junge dran glauben muss, tötet Skulldigger den Räuber. Verstört durch dieses Erlebnis, kennt der Junge nur noch Wut, er wird uns seine Geschichte erzählen, wie er sich Skulldigger anschloss, um Skeleton Boy zu werden.

Die Geschichte spielt nach der Vernichtung der Helden durch Anti-Gott. Einer der Bürgermeisterkandidaten hat sich just als ehemaliger Held Crimpson Fist geoutet und der Bösewicht Grimjim, halb Dämon, halb Mensch, bricht aus dem Gefängnis aus. Bei Lemire geht fast nichts ohne Familienbande, also werden auch hier neue geknüpft und alte wiederbelebt. Im Gegensatz zum Punisher, verzichtet Skulldigger auf Schusswaffen. Er tötet mit einem bronzierten Schädel und auch seinem Schüler, der nicht so reich ist wie Batman, bringt er das Töten bei.

Gestaltungsspielraum

Optisch ist der Comic eine Wucht. Die Farbgestaltungen sind unglaublich und einzelne Seiten haben bei mir einen tiefen Eindruck hinterlassen. Genau so gestaltet sich die Panelführung, einige Doppelseiten haben eine unglaublich dynamische Gestaltung und dazu wird ab und an in eine Egoperspektive gewechselt. Da bekam ich an manchen Stellen schon Gänsehaut. Der Wechsel zwischen einer ruhigen, gewohnten Seitenaufteilung zu den experimentellen Gestaltungen trägt dazu bei, dass das Leseerlebnis angenehm bleibt und es zu keiner Reizüberflutung kommt. Die ersten Skizzen zum Comic im Anhang tragen unverwechselbar Lemires Stil und doch bin ich froh, dass er von Tonci Zonjic in einem anderen, großartigen Look umgesetzt wurde.

Die Kapitaltrenner könnten alle als Poster durchgehen und viele könnten oder sind so oder so ähnlich bereits in die Geschichte eingegangen. Dabei ist diese Story erneut mehr als nur eine Hommage an die jüngere Comicgeschichte, sondern eine ganz eigene.

Mit Skulldigger + Skeleton Boy gibt Lemire nach den Helden und Schurken auch den Anti-Helden einen persönlichen Background.

Skulldigger + Skeleton Boy ...

… zeigt die nahbare Persönlichkeit hinter Anti-Helden.
… schafft ein großartiges Artwork.
… fokussiert sich auf die Gefühlswelt von Skeleton Boy doch bleibt dabei düster und brutal.

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Skulldigger
+ Skeleton Boy

Szenario: Jeff Lemire (Gideon Falls)
Zeichnungen: Tonci Zonjic
Hardcover mit 168 Seiten
ISBN: 978-3-96219-435-2
Erschienen am: 23.06.2021
beim Splitter Verlag

Der Comic wurde mir als kostenfreies Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung ist dadurch nicht beeinflusst.

© Splitter Verlag

Leseprobe über Izneo:

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