Schatten über Innsmouth von Gou Tanabe +Rezension+

H.P. Lovecrafts Der Schatten über Innsmouth

Auf den ersten Seiten sehen wir die völlige Vernichtung von Innsmouth. Die Häuser werden niedergebrannt und die Einwohner in Strafkolonien gesperrt. Keiner kennt die ganze Wahrheit über die Geschehnisse ins Innsmouth, außer einem jungen Reisenden, der am Rande einer Verzweiflungstat steht.

Ich werde ihnen jetzt die Wahrheit erzählen… Eine Geschichte über 24 Stunden in einer Stadt mit einem bösen Schatten, die zu betreten ich das Pech hatte.

Schatten über Innsmouth, Carlsen, Seite 22

Der Geruch von Fisch

Die ersten Seiten dieses Manga sind koloriert und es beginnt mit dem Cover in Farbe. Die fischigen Wesen kommen mir schon jetzt bedrohlicher vor, als ich es von anderen Darstellungen gewohnt bin. Da der Manga ursprünglich in zwei Teilen erschienen ist, erwartet uns in der Mitte erneut einige schaurige und grotesk schöne kolorierte Seiten. Gou Tanabe bleibt auch nach etlichen H. P. Lovecraft Adaptionen noch detailverliebt.

Neben Die Berge des Wahnsinns ist Der Schatten über Innsmouth die umfassendste und bekannteste Geschichte von H. P. Lovecraft. Auch diese Geschichte, in der ein junger Student Neuengland bereist, um Ahnenforschung zu betreiben und den es zufällig nach Innsmouth verschlägt, steht mit dem Cthulhu-Mythos in Verbindung. Viele Spiele wurden um diese Geschichte in dem Küstenort gesponnen, aber auch Nur wieder das Ende der Welt greift die Erzählung auf. Falls ihr die Geschichte noch nicht kennen solltet, verrate ich euch nur so viel, das Äußere der Einheimischen erinnert sehr an Fische.

Tanabe beginnt die Geschichte in großartigen Doppelseiten. Er führt beständig in den Klatsch und Tratsch um den alten Fischerort ein. Doch auch im Verlauf der Geschichte nimmt er sich den Raum, um seine Bilder angemessen zu zeigen. Dabei achtet er selbst auf so kleine Details wie Spiegelungen in Vitrinen. Viele Bilder zeigen das verfallende Innsmouth und hier bekomme ich den Eindruck, dass es eigentlich viel größer ist, als es bisher in meiner Vorstellung war.

Den ersten Blick auf eine innsmouther Fratze verzögert Gou Tanabe sehr geschickt und baut dabei selbst für Kenner der Geschichte eine gewisse Spannung auf. Doch auch zum Schluss der Geschichte wird Tanabe nicht müde und schafft es mit einer Doppelseite, mir noch einen Schauer über den Rücken zu jagen. Obwohl die Geschichte über 400 Seiten lang ist, wirkt sie nicht gestreckt. Es gibt nur wenige textlastige Passagen in dem Manga. Vieles erzählt Tanabe durch seine Bilder und er nimmt sich den Platz für seine schauerlich schönen Bilder, der ihnen zusteht.

Der Schatten über Innsmouth ist erneut eine grandiose Adaption einer H. P. Lovecraft Geschichte durch Gou Tanabe und ich kann sie nur empfehlen.

Der Schatten über Innsmouth ...

… ist ein bildgewaltiger, grotesk-schöner Manga.
… zeigt keine Anzeichen von Müdigkeit, auch bis zum Ende noch auf kleinste Details in den Bildern zu achten.
… ist erneut ein Must-have für Lovecraft Fans.

Comics für Einsteiger
Auch für Comic-Einsteiger

Ihr liebt gruselige Figuren oder H. P. Lovecraft und lasst euch von dicken Wälzern nicht abschrecken? Dann könnte Schatten über Innsmouth euer Einstieg in die Welt der Manga sein. Die Leserichtung von rechts nach links ist gut geführt und lässt sich sehr schnell verinnerlichen. Zusätzlich gibt es nur wenige Abschnitte mit viel Text und auch ohne Wissen zu H. P. Lovecraft ist diese Geschichte zu verstehen.

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H.P. Lovecrafts Der Schatten über Innsmouth

Adaption und Zeichnungen: Gou Tanabe
Hardcover mit 448 Seiten
ISBN: 978-3-551-76717-2
Erschienen am: 31.05.2022
bei Carlsen

Der Comic wurde mir als kostenfreies Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung ist dadurch nicht beeinflusst.

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3 Antworten

  1. Daniel sagt:

    Kann es sein das der falsche Verlag in der Infobox verlinkt ist?
    Der Manga erschien doch bei Carlsen.

  2. Comichaot sagt:

    Der fehlt mir noch in meiner Gou Tanabe Sammlung. Bei seinem hohen Output komme ich leider nicht hinterher…

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