Der goldene Handschuh 1 – Der Comic +Rezension+
Der goldene Handschuh – Sommer der Liebe
Ully Arndt adaptierte den Roman „Der goldene Handschuh” von Heinz Strunk. Im ersten Band „Sommer der Liebe” ist es glücklicherweise ein bisschen weniger eklig als in der Verfilmung. Hier also eine neue Chance für euch, falls ihr den Film abbrechen musstet!
Düstere Zeiten
Der Comic startet mit vielen Handlungssträngen, die eine Weile brauchen werden, um zusammenzufinden. Fiete lernt im „Goldenen Handschuh” eine Frau kennen und nimmt sie mit nach Hause. Schon im Treppenhaus beschwert sie sich über den Geruch. „Das käme von den Griechen”, ist die Antwort. Auch weitere Charaktere lernen wir im „Goldenen Handschuh” kennen: Manche starten ihre Karriere als Zuhälter, andere sind vom Kriegsdienst schwer geschädigt. Doch auch in der oberen Klasse schauen wir uns um: eine Räderfamilie in Blankenese. Auch hier gibt es eine mehr als schwierige Familiendynamik, und auch die Männer dieser Familie flüchten sich auf St. Pauli, um abzuschalten.
Wir bewegen uns zwischen Verwahrlosung, Alkoholismus und dem Rotlichtviertel, aber auch in den besseren Gegenden Hamburgs. Der erste Band handelt von Fiete, der erst danach als Nachtwächter arbeitet. Die Abgründe lauern in jeder Gesellschaftsschicht. Im „Goldenen Handschuh” treffen sie oft aufeinander. Am düstersten ist es jedoch in Fietes Wohnung, in der Gerda nun für ihn saubermacht und kocht, im Austausch gegen Essen und ein Dach über dem Kopf.
Im ersten Band lernen wir den Serienmörder aus Altona kennen und viel wichtiger sein Umfeld und wie die aktuelle soziokulturelle Lage in Hamburg/Deutschland ist. Erst im Frühjahr werden wir den zweiten Band in die Hände bekommen, doch bis zum Ende des ersten Bandes werden erst ein paar Leichenteile von Frauen gefunden. Es wird dabei wirklich nicht so ekelig und explizit, wie es in der Verfilmung der Fall ist. True Crime aus Deutschland mit historischem Blick auf 1974 und einem Fritz Honka, der am „unteren Ende“ der Gesellschaft lebt. Dies ist sowohl historisch als auch für True Crime Fans interessant.
Die Zeichnungen von Ully Arndt haben mich total abgeholt und greifen die Stimmung der Zeit und des Milieus großartig auf. Allerdings war es ein bisschen schwierig, bei den unterschiedlichen Handlungssträngen den Überblick zu behalten. Gegen Ende des ersten Bandes laufen die Fäden langsam in eine erkennbare gemeinsame Richtung, was für mich einen guten Schlusspunkt bildete.
Der goldenen Handschuh 1 zeigt das Milieu der Handlung schonungslos, doch lässt es die expliziete Darstellung Taten von Honkas Handlungen bisher aus.
… beleuchtet die Oberschicht in Hamburg 1974 als auch die Menschan am Existenzminimum.
… hat ein eindrückliches und starkes Artwork.
… geht noch nicht explizit auf Honkas Taten ein.




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Der goldene Handschuh 1 – Der Comic
Szenario: Heinz Strunk
Zeichnungen: Ully Arndt
Hardcover mit 116 Seiten
ISBN: 978-3-551-74500-2
Erschienen am: 27.01.2026
bei Carlsen
Der Comic wurde mir als kostenfreies Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung ist dadurch nicht beeinflusst.
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