Das Unsagbare von Gou Tanabe +Rezension+

H.P. Lovecraft Manga: Das Unsagbare

Gou Tanabe hat in „Das Unsagbare und andere Geschichten“ ein Gedicht und sechs Kurzgeschichten als Manga adaptiert. Die Geschichten drehen sich um Randolph Carter und die Traumlande. Der Manga beginnt mit einer atemberaubenden farbigen Splashpage und spätestens hier war es um mich geschehen. Direkt danach wird das Gedicht „An einen Träumer“ auf farbigen Seiten vorgestellt.

Bekannt, aber alles andere als langweilig

Die erste Geschichte ist „Polaris” und zeigt, wie die Traumlande bei Lovecraft funktionieren: Die Menschen beginnen, Träume für Realität und Realität für Träume zu halten. Für HP Lovecraft, der sich in seiner Freizeit mit Astronomie beschäftigte, sind insbesondere die Anspielungen auf Aldebaran und die vielen Sternenkonstellationen, die Tanabe hier zeigt, großartig.

„Der schreckliche alte Mann” habe ich zuletzt als Adaption beim Splitter Verlag gelesen. Die Zeichenstile unterscheiden sich stark voneinander. Doch auch in der Auswahl der Ausschnitte, die in der Adaption genutzt werden, gibt es Unterschiede. Während die Adaption beim Splitter Verlag relativ kurz ausfällt, bringt Tanabe hier noch Teile vom Anfang der Geschichte mit ein.

Auch „Das seltsame Haus hoch oben im Nebel” habe ich zuletzt beim Splitter Verlag gesehen, doch in Form von „Das Traumbestiarium des Mr. Providence” wurde es gänzlich anders und in einer modernen Welt adaptiert. Die Adaption der Originalgeschichte als Vergleich zur freien Interpretation des Comics ist absolut faszinierend. „Die Aussage des Randolph Carter” zeigt den ersten Auftritt des Alter-Egos von H. P. Lovecraft in einer seiner Geschichten. Über die Hintergründe zu Carter konnte ich viel aus der Besprechung von „Der letzte Tag des Howard Philipps Lovecraft“ Bei den Arkham Insiders lernen.

In der titelgebenden Geschichte „Das Unsagbare” werden die Parallelen zwischen Carter und Lovecraft selbst herausgestellt. Sowohl die Aussage als auch das Unsagbare greifen schauerliche Friedhofsromantik auf. „Der silberne Schlüssel” ist in zwei Episoden aufgeteilt. Hier sehen wir Randolph Carter erneut auf seiner Reise als Autor zwischen Wissenschaft und Okkultismus. Doch nur seine Träume sind seine wahren Geschichten. Randolph ist im wahrsten Sinne des Wortes der Träumer mit dem Schlüssel zum Tor, der das kosmische Geheimnis lüftet.

Ihr merkt es schon: Ich stecke unheimlich tief in diesen Geschichten und habe angefangen, sie einzeln zu analysieren und mit anderen Adaptionen und den Originalen in Verbindung zu bringen. Dies hat mich absolut begeistert und fasziniert. Dazu kommen die großartigen Zeichnungen. Wenn alle Seiten farbig wären, wie die ersten paar in diesem Manga, würden sie sich wahrscheinlich noch besser verkaufen. Es ist einfach unglaublich, was aus diesem Material jedes Mal herausgearbeitet wurde. Ich freue mich jetzt schon auf seine nächste Adaption und kann einfach nicht genug bekommen.

Das Unsagbare ist erneut der Beweis, warum Gou Tanabe nicht aufhören sollte die Geschichten von H.P. Lovercraft zu adaptieren. Ich bin einfach begeistert.

Das Unsagbare ...

… taucht in die Traumlande ein.
… führt Randolph Carter als Lovecrafts Alter Ego ein.
… hält die Faszination mit großartigen Bildern und Adaptionen aufrecht.

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H.P. Lovecraft Manga: Das Unsagbare

Szenario und Zeichnungen: Gou Tanabe
Softcover mit 276 Seiten
ISBN: 978-3-551-80761-8
Erschienen am: 09.01.2026
bei Carlsen

Der Comic wurde mir als kostenfreies Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung ist dadurch nicht beeinflusst.

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© Carlsen

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