Das Traumbestiarium des Mr. Providence +Rezension+

Das Traumbestiarium des Mr. Providence

Mr. Providence ist Parkwächter. Er sieht Dinge, die andere nicht sehen können und nachts werden sein „Traumwelten“ Realität. Die neue Direktorin des Parks schätzt seine Exzentrik gar nicht, die meisten anderen halten ihn für etwas verrückt, doch die drei alten Damen oder Nornen und seine Katze Maldoro sehen, was er sieht.

Vergiss nicht, dass das Okkulte stets über die Skeptiker siegt. Es gefällt ihm, sich an jenen zu rächen, die es verachten…

Maldoro zu Mr. Providence auf Seite 11

Traumwelten und grandiose Bilder

Mr. Providence träumt, doch seine Katze holt ihn in die reale Welt zurück. Es ist früh und es wird Zeit, die Arbeit zu beginnen. Die neue Parkdirektorin scheint alle Managementfloskeln des BWL-Studiums verinnerlicht zu haben. Niemand soll zu exzentrisch wirken, wie der Wächter, doch selbst reitet sie auf einem Pferd durch den Park und hält hoch zu Ross ihre Meetings.

Die Messgeräte des Wächters waren ihn vor übernatürlichen Erscheinungen. Nur seine Katze und drei alte Damen, die wie die Nornen zu stricken scheinen, glauben an diese Mächte bzw. sehen sie auch. Die normale Welt ist dabei in Schwarzweiß gehalten und mit vielen detaillierten Schraffuren wundervoll ausgearbeitet. Die Monster und Fabeln erscheinen in Grün und nutzen neben den Schraffuren deutlich mehr deckende Farben. So entdecken wir mit Provicence, dass sich die Fische verändern und ein Haus am Grund des Sees existiert. Hier stehen dunkle Schatten gegen leuchtende Farben.

Viele Augen, Tentakel und Fischgesichter erinnern an Shoggothen, Cthulhu und Innsmouth. Sogar Kultisten kommen hier vor, die Optik der lovecraftschen Monster wird wundervoll aufgegriffen. Das kriechende Chaos breitet sich aus und diese Erzählung mündet in der Kurzgeschichte „Das merkwürdige hochgelegene Haus im Nebel“, die noch mehr Referenzen offenbart. Die Stufen an der Klippe finden sich im Comic wieder, genau wie morgendlicher Nebel, Regenschirme, wässrig grünes Licht, Traumsucher und die Angst vor den alten Göttern.

Nicht nur ist die Geschichte um Mr. Providence wirklich gelungen und die Zeichnungen einfach eine Wucht, sondern sind hier die Lovecraft-Bezüge in Bild und Geschichte unglaublich vielfältig und geschickt verpackt. Ein absolut großartiger Comic, der sich erlaubt eine Prise Humor in die Welt von Lovecraft zu bringen und nicht nur den Schrecken, sondern auch die Schönheit seiner Erzählungen zu zeigen.

Das Traumbestiarium des Mr. Providence ist eine wunderschön anzuschauende Erzählung, die Lovecraft-Einflüsse in eine recht aktuelle Welt bringt und mit einem neuen Management konfrontiert.

Das Traumbestiarium des Mr. Providence ...

… hat ein unglaubliches Artwort. Sowohl in den schwarzweißen Sequenzen, als auch in den Farben.
… hat eine unterhaltsame und stimmige Geschichte, die Lovecrafts Erzählungen aufgreift.
… spielt mit den einzelnen Elementen und fügt sie geschickt, unterhaltend und kurzweilig zusammen.

Das Traumbestiarium des Mr. Providence

Szenario und Zeichnungen: Daria Schmitt
Hardcover mit 120 Seiten
ISBN: 978-3-98721-140-9
Erschienen am: 16.09.2023
beim Splitter Verlag

Der Comic wurde mir als kostenfreies Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung ist dadurch nicht beeinflusst.

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© Splitter Verlag

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