Conquest – 1 Islandia +Rezension+

Conquest 1

Conquest

Die Menschheit kann auf der Erde nicht länger überleben. Sie hat sich darum in fünf Kolonialvölker aufgespalten: ein germanisches, ein mediterranes, ein asiatisches, ein amerikanisches und ein kanadisches. Jedes verfügt über eine Armada an Raumschiffen, die nun im All unterwegs sind zu fünf Exoplaneten.

Conquest ist eine Konzeptserie von verschiedenen Autoren und Künstlern. Jeder der fünf Bände steht für sich, nur einen Ausgangspunkt haben sie gemeinsam: den Aufbruch von der Erde. So soll frischer Wind in die Science Fiction gebracht werden, ohne die Stärken zu vernachlässigen. Den Auftakt gibt der eisige Planet Islandia in einem achtzigseitigen Album.

Islandia

Nach 30 Jahren im Kälteschlaf erreicht eine Flotte Menschen den Planeten Islandia. Ihre Vermutungen sind bestätigt, der Planet ist bewohnbar. Doch bevor die Kolonialisierung beginnen kann, muss der Erstkontakt mit den Einheimischen hergestellt werden. Es werden nur wenige Gebiete des Planeten bewohnt in einzelnen Dörfern, die über dem Planeten verteilt sind. Admiral Ragnvald Hakarsson erteilt Oberleutnant Kirsten König den Befehl dies zu übernehmen. Dem Admiral schwebt aber keine Koexistenz vor, wie es ursprünglich geplant war und das sind nicht die einzigen Schwierigkeiten dieser Mission.

Wir folgen der Ich-Erzählerin Karen durch die Geschichte. Sie berichtet von ihren Problemen mit dem Admiral, der ihr nicht grade positiv gesinnt ist, von den Schwierigkeiten mit ihrem Freund Johannes und der Sehnsucht nach ihrer Tochter Anna, die erst nach und nach mit den Siedlern aus dem Kälteschlaf geholt wird. Sie fragt sich, warum grade ihr das Privileg des Erstkontaktes zufällt und beschreibt die Kopfschmerzen, die ihr seit dem Erwachen immer wieder zur Last fallen.

Armageddon, Ragnarök, Apokalypse oder welches Wort auch immer gewählt wird, dies war der Auslöser für den Aufbruch der fünf Armads zu den neuen Welten. Karens Erzählungen wirken sehr persönlich und echt, wodurch sie auch besonders spannend und fesselnd sind. Ihre Geschichte ist nicht nur die einer neuen Welt oder eines Militärs, sondern auch die einer Mutter. Durch den Admiral gerät sie in einen Zwiespalt und doch hat sie keine andere Wahl als ihm zu folgen. Sie ist klug, zäh und hat einen moralischen Kompass.

Tagebuch eine Kolonialisierung

Es hat mich unglaublich begeistert, Karen König durch die Geschehnisse und die Konflikte zu folgen. Nur wundert es mich, dass eine Frau freiwillig 30 Jahre Kälteschlaf in einem Bügel-BH hält. Wenn die sich nicht auf unglaubliche Weise weiterentwickelt haben, würde das niemand freiwillig machen. Ich würde da wohl ihr Sportoutfit bevorzugen und auch wenn sie keinerlei Probleme mit ihrem Körper zu haben scheint, wäre in der einen oder anderen Szene wohl vielleicht ein wenig mehr Kleidung oder ein gedanklicher Kommentar dazu angebracht gewesen. Das macht Islandia aber nicht weniger zu einer großartigen Military SF Geschichte, mit einem gewissen Tiefgang und Anleihen aus Odyssey 2001. Ich bin schon sehr neugierig auf die nächste Interpretation auf dem Wasserplanet Deluvenn.

Conquest: Islandia...
  • bietet Konflikte und Military SF.
  • zeigt eine tolle Eiswelt.
  • lebt durch den sehr persönlichen Bericht von Oberleutnant Karen König.

 

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Szenario: Jean-Luc Istin
Zeichnungen: Živorad Radivojevic
Hardcover mit 80 Seiten
Band 1 von 5
ISBN: 978-3-96219-381-2
Erschienen am: 22.11.2019
beim Splitter Verlag

Der Comic wurde mir als kostenfreies Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung ist dadurch nicht beeinflusst.

 

 

Conquest: Islandia wurde ebenfalls besprochen im Podcast 3 Frauen. n Comics. Der Comicklatsch – Folge 20.

 

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