Cinema Purgatorio +Rezension+

Cinema Purgatorio

Cinema Purgatorio

… und immer wenn du denkst, das muss doch bald die letzte Geschichte sein, fängt die nächste an. So viele Kurzgeschichten in einem Band und so viel Wissen. Das alte Hollywood war nicht eitel Sonnenschein. Damals gab es schon Skandale, Vergewaltigungen, Bestechungen, organisiertes Verbrechen und diese werden uns in einzigartigen „Kurzfilmen“ vorgeführt. Ganz zum Leidwesen der Protagonistin, die in dieser Art Zeitschleife festhängt. Doch vielleicht ist es einfach nur ihr Höllenkreis, in dem sie die Ewigkeit verbringen wird?

Gibt es wirklich so etwas wie wiederkehrende Träume? Im Ernst: Wie kannst du dir sicher sein, nicht nur zu träumen, dass du etwas schon mal geträumt hast?

Cinema Purtatorio, Dantes Verlag, Seite 5

Das alte Hollywood

Zwischen Klatsch, Tratsch und Tragödie. Alan Moore lässt hier nichts aus. Genre für Genre, Studio für Studio, Skandal für Skandal arbeitet er sich durch das alte Hollywood zwischen guter Recherche und Halbwahrheiten. Erst nach etwa 100 Seiten dieses 250-Seiten-Comics bekommen wir einen ersten verschwommenen Blick auf die Protagonistin, die in dieser Kinohölle festsitzt und sich einen verrückten Streifen nach dem anderen ansehen muss. Ganze 18 Episoden lang.

Ich fühle mich mit dem Kinosessel verwachsen, obwohl ich nur lese, ist es als, wäre ich wie die Protagonisten hier gefangen. Dabei finde ich die einzelnen Geschichten sicher spannender. Historienfilm, Pulp, Superhelden, Western, Cartoons, Musikfilme und so viel mehr werden hier beschrieben. Wie Willis O’Brien mit Figuren und Stop-Motion Monsterfilmen den Weg bereitet, sich daraus Godzilla entwickelt und Ray Harryhausen, sein Schüler, zur Ikone wird. Für alle die, die kryptischen Filme nicht verstehen, folgt nach jeder Episode ein Glossar.

Der Dantes Verlag ist wohl inzwischen bekannt für seine Glossare, schießt hier aber den Vogel ab. Teilweise hat das Glossar mehr Seiten als eine Comic-Episode. So viel Wissen, Details, Hintergründe und umfangreiche Recherchearbeit werden hier festgehalten. Mindestens spannend, aber auch sehr lehrreich. Gleichzeitig aber auch ein bisschen ein Killer im Lesefluss. Quasi folgt auf jeden „10-minütigen Kurzfilm“ eine „1-stündige Doku“ über diesen. Damit brauchte ich ewig, um den Comic zu beenden, aber gleichzeitig würde ich die zusätzlichen Informationen nicht missen wollen.

Die Zeichnungen, mit den vielen Anspielungen und Referenzen, die Entwicklung des Kinos und Hollywoods zu verbildlichen. Überall bekannte Persone und karikierte Figuren, die durch bekannte Komiker dargestellt werden. Die Bilder arbeiten auf der gleichen Metaebene wie die Geschichten und dies muss den Betrachtenden auch erstmal vermittelt werden. Kevin O’Neill schafft aber genau das. Die Gesichter, die mir bekannt sind, erkenne ich hier auch wieder. Für alle anderen gibt es das Glossar.

Cinema Purgatorio ist eine Reise durch die Geschichte Hollywoods. Kritisch und lustig, mit massig Referenzen und einem unglaublichen Glossar.

Cinema Purgatorio ...

… ist ein Denkmal für das alte Hollywood und seine Skandale.
… hat das bisher umfassendste Glossar, das ich vom Dantes Verlag gesehen habe.
… reißt euch in die Abgründe der Glamourwelt.

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Cinema Purgatorio

Szenario: Alan Moore
Zeichnungen: Kevin O’Neill
Hardcover mit 256 Seiten
ISBN: 978-3-946952-55-8
Erschienen am: 19.04.2022
beim Dantes Verlag

Der Comic wurde mir als kostenfreies Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung ist dadurch nicht beeinflusst.

Mehr aus der Cinema-Purgatorio-Reihe:

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Cinema Purgatorio
© Dantes Verlag

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Eine Antwort

  1. Michael Kleu sagt:

    Das sieht ziemlich spanned aus!

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