The Art of The Last of Us +Rezension+

The Art of The Last of Us 1

Hallo, bitte entwerft den nächsten Hit für Naughty Dog. So ein Auftrag löst natürlich also gar keinen Druck oder riesige Erwartungshaltungen aus. Das grundlegende Konzept war schnell klar. Zwei Protagonisten sollten auf eine Reise geschickt werden. Sie sollen eine starke Bindung zueinander entwickeln, die in einer Vater-Tochter-ähnlichen Beziehung endet und die Spieler auf eine emotionale Achterbahnfahrt schicken soll. In diesem Buch bekommen wir einen Einblick in die Reise der Entwickler und Künstler hinter dem Spiel.

Alles muss gut durchdacht sein

Ihr habt The Last of Us gespielt und mit Begeisterung die Beziehung zwischen Ellie und Joel verfolgt? Ihr mögt Videospiele und habt euch schon immer gefragt, wie so ein kreativer Entwicklungsprozess abläuft? In beiden Fällen liegt ihr hier richtig, denn dies ist nicht nur ein Artbook, sondern auch ein Making-Of zu dem, wie ich finde, großartigen Videospiel von Naughty Dog. Auf ein paar meiner Highlights aus dem Buch möchte ich hier eingehen.

Joel und Ellie haben einen langen Prozess hinter sich. Kleidung, Frisur, Farbgebungen, Alter und so vieles mehr spielten eine Rolle. Für die Spieler musste das Inventar gut einsehbar sein und somit sind vermutlich die vielen kleinen Details an den Rucksäcken im Gedächtnis geblieben. Doch was machen die Entwickler, sobald endlich ein Konzept steht? Schwarzweißskizzen, denn so lässt sich der Charakter leichter finden. Nach dem Joel und sein Bruder Tommy endlich fertig waren und im Spiel einiges durchmachen mussten, wurde der Prolog entwickelt. Beide Figuren mussten so einen Verjüngungsprozess durchlaufen und in ihr altes Leben eingepasst werden.

Es hat sich im Entwicklungsprozess vieles geändert, auch die Geschichte, die erzählt werden sollte. Doch die Umgebung und die anderen Figuren im Spiel fehlten. Kontraste waren den Entwicklern sehr wichtig. Die kalte Quarantänezone, eng, aber mit Strom. Die Randbezirke, verfallen und voller Schutt. Die Außenwelt, egal ob Stadt, Straße oder Felder, hier regiert die Natur und holt sich zurück, was der Mensch ihr genommen hat. Dazu militärisch vermummte, entmenschlichte Sicherheitskräfte in der Quarantänezone, einfache Überlebende, Plünderer, jeder sollte einen eigenen Look bekommen.

Von Idee zu Realität

Ellie und Joels Reise startet in Boston. Um die Handlung in der Realität zu verankern, wurden hier einige Schauplätze aus der Realität entnommen. An dieser Stelle waren mir bereits die großartigen Lichteffekte durch die Sonne immer wieder aufgefallen und zu meiner Freude wurde auf dieses Thema eingegangen. Sonnenlicht soll die Umgebung real werden lassen und, kombiniert mit dem harten Kunstlicht, die richtigen Emotionen erzeugen. Dazu muss die Game Engine erstmal lernen, wie Licht richtig dargestellt werden soll.

Metaphern durch Jahreszeiten, wie können die Augen der Runner nach der Infektion aussehen, und erst durch Poster und Werbung wird eine Umgebung real. Dazu findet sich das Kreativteam auf vielen dieser Poster wieder, zu denen Ellie das ein oder andere Mal eine Frage haben wird. Fast ein bisschen schade, dass nicht mehr auf die Infizierten oder Ellies Witze-Buch eingegangen wurde. Trotzdem wurde an einigen Stellen die Erinnerung an das Spiel wieder wach.

The Art of The Last of Us zeigt beeindrucken und einfach den Entwicklungsprozess zum Spiel, wenn auch nicht in allen Details.

The Art of The Last of Us ...

… lässt Interessierte am Prozess der Charakterentwicklung teilhaben.
… zeigt wie wichtig die Lichteffekte im Spiel sind.
… hat mich in einige emotionale Momente des Spiels zurückversetzt.

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The Art of The Last of Us

Szenario: Diverse
Zeichnungen: Diverse
Hardcover mit 176 Seiten
ISBN: 978-3-95839-599-2
Erschienen am: 20.10.2021
beim Splitter Verlag

Der Comic wurde mir als kostenfreies Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung ist dadurch nicht beeinflusst.

The Art of The Last of Us
© Splitter Verlag

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