Der Totenkopf aus Schweden +Rezension+

Der Totenkopf aus Schweden

Ein Mann wandert durch eine wunderschöne, verschneite Landschaft. Er scheint zu träumen oder zu halluzinieren, denn er sieht einen Wal am Himmel. 300 Jahre später ist er in Paris oder zumindest ein Teil von ihm. In einer Galerie mit vielen Schädeln ist er gekennzeichnet als der Totenkopf aus Schweden.

Halten wir gleichwohl fest, es hätte schlimmer kommen können. Ich bin von erstaunlichen Exemplaren umgeben.

René Descartes oder die Geschichte eines Schädels

Nachts werden alle Schädel und Gebeine in der Galerie als Geister aktiv. Sie sprechen miteinander, auch mit dem Totenkopf aus Schweden. Dieser sinniert darüber, wer er war und ist. Der Totenkopf erzählt seine Geschichte, die 16 Jahre nach seinem Tod beginnt, als er zum ersten Mal wieder ausgegraben wurde und als Kulturgut nach Frankreich überführt werden sollte.

Das klingt sehr philosophisch, was bei diesem Schädel auch überhaupt kein Wunder ist. Prinzipiell haben wir es hier mit einer Biografie zu tun, jedoch nicht der einer lebenden Person, sondern die einer Leiche. Ist es seine Seele, durch die er nach dem Tod noch so lebendig ist? Wir sind dabei, wenn nachts im Museum die Knochen lebendig werden. Manchmal sagen sie sich auch Dinge wie „Lies mal Darwin”. Ich bin immer wieder beeindruckt davon, wie Daria Schmitt es schafft, Augenhöhlen zu zeichnen, die so ausdrucksvoll dreinblicken können.

Während alle Knochen weiß sind, strahlt der Totenkopf blaues Licht aus. Doch dann kommt eine plötzliche Farbexplosion durch die Geister wirbelloser Tiere. Auch in den Träumen gibt es plötzlich bunte Pflanzen, die Bilder wirken total plastisch, als hätten sie eine erhabene Struktur, die aber in Wirklichkeit gar nicht da ist. Selbst die Seitenaufteilung ist unheimlich faszinierend, manchmal wirkt sie geradezu wie eine Kathedrale. Dazu kommen Bilder mit starken Schraffuren und einigen Farbtupfern.

Ich bin unheimlich beeindruckt und fasziniert von dieser Geschichte und davon, wie toll sie umgesetzt wurde. Neben René wird auch kurz die Geschichte eines Blauwals erzählt. In ihm wurden ganze Bankette ausgerichtet. Ich finde hier die vergleichende Anatomie wieder, die ich bereits aus „Geheimnis der Knochen” kenne, sowie einen Elefanten, den ich bereits in „Legendäre Tiere” kennengelernt habe. Der Vater der Moderne, der Schöpfer der Tiermaschine, ihm wird hier ein besonderes Denkmal gesetzt. Im 20-seitigen Anhang finden sich dazu noch diverse wissenschaftliche Texte, auch mehr über den Wal und den Wissenschaftler.

Der Totenkopf aus Schweden ist eine besondere Biografie mit besonders umwerfenden Bildern.

Der Totenkopf aus Schweden ...

… erzählt die faszinierende Geschichte über den Umgang mit berühmten Gebeinen.
… hat ein atemberaubendes Artwork.
… konnte mich komplett in seinen Bann ziehen.

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Der Totenkopf aus Schweden

Szenario und Zeichnungen: Daria Schmitt
Übersetzung: Harald Sachse
Hardcover mit 120 Seiten
ISBN: 978-3-68950-141-9
Erschienen am: 05.03.2026
beim Splitter Verlag

Der Comic wurde mir als kostenfreies Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung ist dadurch nicht beeinflusst.

© Splitter Verlag

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