Cyrrus – Mil

Zwei Geschichten, ein Zusammenhang. Cyrrus ist Archäologe und findet 1924 gemeinsam mit einem Freund einen Tempel. Etwa ab diesem Zeitpunkt plagen ihn Schwindelanfälle, Blackouts und Gedächtnislücken. Auch in Mil spielt der Tempel eine Rolle, denn auch ca. 2030 sucht der Tempel Kontakt. Also Mystery in zwei Akten.

Der Tempel und die Zeit

Andreas schafft mit Cyrrus – Mil eine rätselhafte Geschichte mit wenig Text und starker Bildsprache. Die Geschichten arbeiten jeweils mit zwei Zeitebenen, diese sind klar voneinander zu unterscheiden, da eine in schwarz-weiß und die andere farbig ausgearbeitet wurde. Die schwarz-weißen Bilder stechen mit starker Schraffur hervor und die farbigen durch ihre Strukturen. So hat jede Zeitebene auch einen eigenen Stil.

Der Comic zeichnet sich nicht nur durch kryptische Hinweise für seine Leserschaft aus, sondern hat mich auch mit kleinen Spielereien beeindruckt. So ist beispielsweise das Inlay des Comics gleichzeitig das erste Panel. Lange Schals und Wind sind einfach ein Muss bei Andreas. Hier arbeitet er zusätzlich immer wieder mit Spiegeln und Spiegelungen.

Die Geschichten sind fantastisch und abgedreht. Manche Bruchstücke fügen sich wortwörtlich zusammen. Einiges bleibt im Schatten verborgen und es entwickelt sich eine Erzählung so grotesk, dass sie von Lovecraft hätte stammen können, doch erzählt Andres die Gegebenheiten bei weitem nicht so klar. Die Lesenden bekommen keine klare Lösung am Ende der mysteriösen Schilderungen und auch ich frage mich, was genau geschehen ist. Diese Antwort kennt aber wohl nur Andreas selbst.

Cyrrus – Mil ist nicht für Liebhaber klarer Lösungen, aber wer gerne im Dunkeln tappt, den erwartet Spannung, gute Unterhaltung und großartige Kunst.

Cyrrus - Mil...
  • sind zwei miteinander verwobene kryptische Geschichten.
  • beschäftigt sich mit der Zeit.
  • ist ein wahres Mysterium.

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Cyrrus – Mil

Autor und Zeichner: Andreas
Hardcover mit 96 Seiten
ISBN: 978-3-96582-008-1
Erschienen am: 03.03.2020
bei Schreiber & Leser

Der Comic wurde mir als kostenfreies Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung ist dadurch nicht beeinflusst.

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