Der erste Schritt in die Hölle

Shelterton im Jahr 3030, der furchtbare Krieg wurde durch die Hinrichtung von Kriegstreiberin Belua beendet, doch die Welt ist nun eine Klassengesellschaft. Es gibt nun freie Bürger und Gutsherren, Nummern, die in Arbeitslagern leben und Dog eat Dog, die die Straßen zwischen den Städten unsicher machen. Dion schafft es sich mit 100 Arbeitsstunden einen Tag Freigang zu erkaufen, um seine Freundin zu besuchen, die sich nach der Geburt ihres Kindes im Lager, außerhalb versteckt. Dieser Tag läuft anders als Dion ihn geplant hatte und endet damit, dass ihm eine Antipersonenmine aus dem Verbotenen Land beide Arme wegsprengt.

Düster, traurig und viel Action

Relikte des digitalen Zeitalters sind verboten, daher interessieren sich die Meisten mehr dafür, wer einen verbotenen Gegenstand in die Nähe des Arbeitslagers gebracht hat als für eine verstümmelte Nummer, die sowieso bald sterben dürfte. Doch ein Mann interessiert sich für Dion und bietet ihm an Träger der Maske zu werden. Doch auch eine Stimme scheint Dion in diese Richtung zu leiten, die wir Lesenden als Erzählerin wahrnehmen.

Die Geschichte um Dion ist unglaublich stimmungsvoll gestrickt und mit verschiedenen Wendungen bleibt der Spannungsbogen kontinuierlich oben. Die beiden Bände lasen sich am Stück wie ein kleiner Happen, dabei war darin ungemein viel Geschichte enthalten. Insgesamt ist diese Geschichte nichts für Zartbesaitete. Sie ist brutal, traurig und absolut düster. Die Spannung und die ausdrucksstarken Zeichnungen machen sie dabei besonders intensiv und dennoch kurzweilig. Bei seinen Bewegungen wabern die Ärmel von Dion in einer Art, die mich an die Schals bei Andres erinnert hat.

Zeichnungen und Format erinnern mehr an einen Manga, dabei ist die Leserichtung allerdings westlich. Da ich den Übergang von Manga zu Comic hier besonders aufgeweicht sehe, möchte ich Carrier of the Mask auch denen empfehlen, die bisher wenig Zugang zu Manga gefunden haben.

Der letzte Großmeister

Der einst so schwächliche Dion ist stark geworden, doch nicht er ist es der die Maske trägt und dem ein Gottgeist zur Seite steht. Immer noch wird Dion von einem Dämon geleitet und so langsam frage ich mich, ob die Stimme des Erzählers, die ich bisher als eine warme, sanfte Frauenstimme wahrgenommen habe, nicht in Wirklichkeit kalt und scheidend ist.

Carrier of the Mask ist irgendwo zwischen Dark Fantasy und Action und ganz schön harter Tobak. Die Geschichte ist unglaublich spannend, fesselnd und kurzweilig und wird durch die ausdrucksstarken und brutalen Zeichnungen perfekt untermalt. Band 1 hatte ich bereits auf der Leipziger Buchmesse 2019 gekauft und bereue ihn nicht gleich gelesen zu haben.

Carrier of the Mask ...
  • … ist traurig, brutal und düster.
  • … unterhält mit einer unglaublich spannenden Geschichte.
  • … zeigt den Dions Weg von Schuldgefühlen zu Stärke.
Comics für Einsteiger
Auch für Comic-Einsteiger

Düster, packend und brutal ist für euch die richtige Mischung. Dann könnt ihr direkt zu Carrier of the Mask greifen. Es ist nicht ohne Grund eine 18+ Empfehlung auf dem Cover vorhanden, denn Triggerwarnungen könnten hier einige ausgesprochen werden. Zeichnungen und Texte ergeben einen unglaublich organischen Lesefluss und alles Wissenswerte für diese Geschichte erfahrt ihr auf den ersten Seiten.

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Carrier of the Mask 1 & 2

Geschichte und Zeichnungen: Anna Hörner aka Vinny-Vieh


Band 1 Softcover mit 152 Seiten
Band 2 Softcover mit 202 Seiten


Erhältlich bei Vinny-Vieh oder im Freibeuter Shop

Band 1 wurde von mir selbst erworben, Band 2 wurde mir als kostenfreies Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung ist dadurch nicht beeinflusst.

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