Tschernobyl – Eine Chronik der Zukunft 1 +Rezension+
Tschernobyl – Eine Chronik der Zukunft: Der Manga 1
Das Buch von Swetlana Alexijewitsch adaptiert als Manga in vier Bänden. Hier bekommen die Geschichten, die auf Recherche und Interviews basieren, Gesichter. Was viele zuerst als bunte Lichter, die wunderschön aussahen, am Nachthimmel erlebt haben, hat ihre Leben zerstört. Im ukrainisch-weißrussischen Grenzgebiet musste mit dem Schweigen und der Ohnmacht gekämpft werden, doch noch viel mehr um das Überleben.
Es gab keine vorherige Warnung. Sie sollten nur ein gewöhnliches Feuer bekämpfen.
Das Schweigen, das Leben kostete
Es brennt im Atomkraftwerk Tschernobyl. Das wurde der Bevölkerung, den Feuerwehrleuten und den Soldaten gesagt. Über die Havarie oder die Strahlung wurde nicht gesprochen. Es gab keine Schutzmaßnahmen, nur die Evakuierung der umliegenden Ortschaften. Das Stigma, aus Tschernobyl zu kommen, war am neuen Wohnort allgegenwärtig. Doch das Pech, dass kein Geld mehr für weitere Umsiedlungen vorhanden war, traf die anderen schwer.
In diesem ersten Band werden vier Schicksale beschrieben. Die Geschichte der Frau eines Feuerwehrmanns hat mich bereits zu Tränen gerührt. In gewisser Weise endete ihr Leben am 26.04.1986, danach existierte sie nur noch. Auch Soldaten und Familienväter sowie Familien in den nicht evakuierten Regionen waren schwer betroffen. All diese Schicksale werden in dem ersten Band erzählt. Besonders leidet die Mutter, die sich nichts sehnlicher wünscht, als die Schuld am Schicksal ihrer Tochter von den Schultern genommen zu bekommen.
Wie lange dieser Moment vor inzwischen 40 Jahren nachhallt, wird hier mehr als deutlich. Es holt uns ins Bewusstsein, dass mit dem Zeitpunkt bei weiten nicht alles vorbei ist. Im Angriffskrieg auf die Ukraine wurde das inzwischen versiegelte Kraftwerk bombadiert. Die Gefahr ist noch lange nicht vorbei und die Bevölkerung somit auch nicht sicher. Die Geschichten hallen nach und lassen uns nicht vergessen, welche Folgen ein Atomunglück hat.
Tschernobyl – Eine Chronik der Zukunft schreibt über Schicksale, die nicht vergessen werden dürfen. Die neue Adaption wird neuen Lesenden die Luft abschnüren und die Geschihnisse im Bewusstsein halten.
… ist eine bewegende Adaption der Romanvorlage.
… zeigt wie schnell sichere Atomkraft zur Gefahr werden kann und wie Vertuschung es nur verschlimmert.
… halt ein Stück Geschichte lebendig.




Wenn euch das Thema Atomkraft oder Atombomben interessiert, also vom Manhattan Project über Endlager bis Fukushima, dann solltet ihr Tschernobyl nicht auslassen. Der Manga ist für Neulinge durch seine klar erkennbare Leserichtung gut geeignet. Vorkenntnisse werden nicht gebraucht und die Schicksale werden in einzelnen Kapitel erzählt.
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Tschernobyl – Eine Chronik der Zukunft: Der Manga 1
Szenario: Swetlana Alexijewitsch
Zeichnungen: Yuta Kumagai
Übersetzung: Martin Gericke
Softcover mit 194 Seiten
ISBN: 978-3-551-80885-1
Erschienen am: 24.03.2026
bei Carlsen
Der Comic wurde mir als kostenfreies Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung ist dadurch nicht beeinflusst.

© Carlsen








