Das Semester, das keins war

Der Mai geht langsam zu Ende und eigentlich wäre jetzt die zweite Präsenzveranstaltung gewesen. Folgen würde nun das letzte Drittel und die Prüfungsphase. In diesem Semester ist aber alles ganz anders. Es wird keine Präsenztermine geben und momentan ist noch unklar, wie die Prüfungen stattfinden werden. Für mich bedeutet es, dass ich nochmal in der Verwaltung nachfragen muss, wie es mit der Nachholprüfung laufen wird, die ich unbedingt vor meiner Bachelorarbeit bestanden haben muss.

Es steht auch noch eine weitere, aber nicht so essenzielle Prüfung aus. Für das Semesterprojekt in Python hat sich meine Gruppe bereits zusammengefunden und unser Thema erarbeitet. Nun muss der Dozent es noch absegnen, dann geht es los. In dem Projekt finden Prüfungen immer online statt und der Dozent lässt auch frühere Prüfungstermine zu, wenn die Gruppe schon bereit ist. Das könnte zumindest für einen aus unserer Gruppe eine Entzerrung bedeuten. Die Hochschule wird dieses Semester nicht bestandene Prüfungen tatsächlich nicht in die Prüfungsfehlschläge einrechnen. Sehr tolles Entgegenkommen für die Studenten, aber für mich nicht mehr relevant.

Insgesamt fühlt sich die Situation aber auch für mich irgendwie irreal an. Selbst wenn ich dieses Semester keine Präsenzen hätte, merke ich den Unterschied. Dieses Semester ist der Zeitplan nicht so straff vorgegeben, sondern alles plätschert nur vor sich hin.

Bachelor

Dies galt auch für den Bachelor. Es war keine Möglichkeit da, etwas für die Bachelorarbeit zu machen. Zu viel Arbeit, Durcheinander, keine klaren Strukturen, auch nicht in meinem Kopf. Es hat lange gedauert, bis ich wieder die Luft hatte, um endlich die Ausarbeitung anzugehen und es war ein sehr zäher Weg durch die Grundlagen und Quellen zu kommen. Mit dem Kapitel habe ich mich dieses Mal wirklich schwergetan. Es gibt so viele Quellen aber viele sind irgendwie nur so wischiwaschi. Die offizielle Quelle zu einem Bereich ist die Hölle. Das Format ist unglücklich und Suchen quasi unmöglich. Nur analog und kein Stichwort- oder halbwegs brauchbares Inhaltsverzeichnis.

Wobei auch die Analysephase nicht einfach war. Führt mal Interviews, wenn keiner Zeit dafür hat. Das war eine schwierige Geburt, aber inzwischen konnte ich mir eine Grundlage schaffen, die Analyse sogar abschließen und ein weiteres Vorgehen daraus ableiten. Da ich nun diese beiden Kapitel abgeschlossen habe und bereits ein Drittel meiner Bearbeitungszeit weg ist, habe ich diesen Stand an meine Prüfer geschickt. Ich bin gespannt, was als Feedback kommt.

Es wird real

Wir haben unser Semesterprojekt in Python unserem Dozenten vorgestellt. Ihm gefällt das Projekt, er möchte aber gerne noch ein paar “Spielereien” sehen. Damit können wir also bald in die Bearbeitung einsteigen und das Projekt auf die Beine stellen. Hoffentlich klappt alles so, wie wir es uns vorstellen, dann sollte es eigentlich gar nicht so schwierig werden. Hoffe ich zumindest im Augenblick.

Ich hatte nicht nur meine Bachelorarbeit zu den Prüfern geschickt, sondern auch das Orga-Team wegen der Nachprüfungen gefragt. Offiziell gab es noch keine Info, aber ich muss die Nachprüfung zwangsläufig vor dem Bachelor bestehen. Es kam überraschend schnell eine Antwort. Es laufen im Moment die Feinabstimmungen, aber der grobe Rahmen steht. Die Prüfung soll online als mündliche Prüfung stattfinden.

Während mir der Arsch auf Grundeis ging, hieß es von anderer Seite “dein Glück möchte ich mal haben”. Präsentationen und Fragen beantworten kann ich zwar ganz gut, aber mündliche Prüfungen als Ersatz für eine Klausur, haben bisher nur negative Erfahrungen eingebracht. Ich bin froh, dass die Prüfung stattfinden wird und der Dozent ist auch ein völlig anderer als bei der letzten mündlichen Prüfung, aber ein flaues Gefühl bleibt zurück.

Semestermitte

An dieser Stelle im Semester erzähle ich euch normalerweise, was ich geschafft habe und was noch offen ist. Fakt ist, dass ich das nicht weiß. Mein einziges Modul ist völlig anders strukturiert als normalerweise. Es gibt da keinen Plan vom Dozenten, wie in den vorherigen Semestern gewohnt. Es wird einfach wochenweise etwas freigeschaltet, das zu lernen ist. Kommt nächste Woche noch was oder soll dann nur noch das Projekt bearbeitet werden? Ich lass mich überraschen.

Ich habe etwa ein Drittel der Bachelorarbeit erarbeitet und komme nun zu den komplexen Themen. Das werden vermutlich Zeitfresser und außerdem habe ich noch zwei Schulungen zu einem der Themen auf der Arbeit. Zum Glück finden Schulungen nun überhaupt wieder statt. Für die Nachholprüfung sollte ich auch besser anfangen, Lernphasen einzuplanen. Wenn ggf. erst gegen Semesterende ein Termin veröffentlicht wird, der zwei Wochen in der Zukunft liegt, will ich nicht erst dann mit Lernen und Auffrischen beginnen.

So langsam wird es wohl Zeit für einen brauchbaren Plan. In Python warte ich noch auf das Feedback der EA2 und dann ist tatsächlich nur noch das Projekt offen. Zum Zwischenstand meines Bachelors habe ich Feedback bekommen und muss noch Grafiken erstellen und zwei Passagen überarbeiten, dann geht es natürlich mit den letzten zwei Dritteln weiter.

Prüfungsanmeldung

Nun ist es so weit, Montag geht die Prüfungsanmeldung los. Meine EA2 hat eine gute Note bekommen, hätte aber auch gerne besser sein können. Wir haben einen groben Termin um mit dem Semesterprojekt zu beginnen und das bedeutet, an diesem Wochenende die Überarbeitungen für den Bachelor abzuschließen, damit am nächsten das Projekt starten kann. Zeit dafür haben wir aktuell noch etwa vier bis fünf Wochen.

Ebenfalls am Montag habe ich nämlich die erste Fortbildung, die in meine Bachelorarbeit einfließen soll. Inhaltlich wird es um das nächste Kapitel gehen, dass ich für den Bachelor erarbeiten will. Es wäre also gut, wenn ich zuvor die Arbeiten an den bisherigen Kapiteln erstmal abschließen könnte. Klar wird es da noch weitere Überarbeitungen geben. Gibt es doch immer.

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