| Montagsfrage | Ausgediente Klischees

Montagsfrage

Montagsfrage #73

Jeden Montag stellt Antonia von Lauter&Leise die Montagsfrage.

Antonia fragt uns diesen Montag:

Welche Klischees haben für euch wirklich ausgedient?

Nach dem gestrigen Weltfrauentag kann die “Damsel in Distress” doch direkt den Anfang machen. Wer von euch Damen da draußen hätte Lust sich immer von irgendeinen Typen retten zu lassen? Ich nicht, bis der kommt, kann ich mich gut und gerne selbst retten. Dabei geht es übrigens nicht um Hilfe, natürlich ist es in Ordnung Hilfe anzunehmen aber dafür muss der Helfer doch nicht gleich der schillernde Held sein, oder?

Love Intrest ist mein zweiter Platz. Es ist möglich eine Story auch ohne ein Love Intrest voranzubringen. Es gibt tatsächlich Freundschaft zwischen Männern und Frauen. Auch Arbeitskollegen sind tatsächlich einfach nur Arbeitskollegen. Warum also nicht auch in Geschichten, egal welcher Form? Ich habe das so unglaublich über, dass ich gar nicht erst mit missbräuchlichen Beziehungen anfangen will.

Klischees aus dem Alltag wie “Liebesromane sind nichts für Männer” und “Comics sind nichts für Frauen“. Da muss ich auch angestrengt mit den Augen rollen. Ich fange doch nicht jetzt damit an Schnulzen zu lesen, nur weil genau dies der Umkehrschluss ist. Frauen müssen doch sowas mögen. Ich muss gar nichts mögen, nur weil ich zufällig eine Frau bin. Außerdem sind Comics nicht nur für Kinder. *Wedelt mal wieder wie wild mit den historischen, politischen und biografischen Comics*

Im Moment läuft beim Buchblogger Nico vom Buchwinkel die #ComicMärz Aktion und die meisten Teilnehmer*innen sind Frauen. Im Zuge dieser Aktion habe ich Die vielen Gesichter des Comics gestartet. Der erste Beitrag der Reihe ich erst Freitag erschienen und beschäftigt sich auch mit Klischees, die viele zu Comics im Kopf haben.

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8 Gedanken zu „| Montagsfrage | Ausgediente Klischees

  1. Damsel in Distress habe ich auch aufgelistet. Ich juble immer im Stillen, wenn die Protagonistin meines aktuellen Buches auch einmal jemanden retten darf (ohne gleichzeitig ein Wesen mit übermenschlichen Kräften zu sein – die kann ich nämlich auch nicht mehr sehen).

  2. Ich muss noch etwas über die Frage nachdenken, aber wir hatten letztens im Lesekreis das Gespräch von “gerettet werden vom Prinzen”. Ich war ein wenig erschrocken, wie viele der anwesenden Frauen heimlich auf den Prinzen warten. Und wie viele der Meinung sind, überhaupt gerettet werden zu müssen…

    1. Als Teenie sagt mir mal jemand “dein Prinz kommt bestimmt auch noch”. Mein Gedanke war “und was soll ich mit so einem Typen anfangen?” Erschreckend, dass sowas aber immer noch bei Frauen ankommt. Ich bin für “Weniger auf den Prinzen warten und mehr an den eigenen Haaren aus dem Turm klettern.”

  3. Huhu,

    oh ja, beim Fräulein in Nöten gebe ich dir völlig Recht. Was mich daran mittlerweile am meisten stört, ist, dass es oft versteckte Fräulein in Nöten sind. Es sind Figuren, die eigentlich als Heldinnen inszeniert werden, wenn es ernst wird, aber immer die Rettung eines Mannes brauchen, was ihre Rolle natürlich subtil in Frage stellt. Grrrr, da schwillt mir der Hals. -.-

    Montagsfrage auf dem wortmagieblog
    Liebe Grüße,
    Elli

  4. Huhu,
    bei den genannten Klischees geht es mir genauso. Vor allem die erzwungenen Love-Interest gehen mir die letzte Zeit auf die Nerven. Ich finde das immer schrecklich, wenn dann Charakter X plötzlich mit Charakter Y zusammen ist und dann gibts den ersten Knatsch ohne ersichtlichen Grund, dann das große Versöhnen und zack hat man schon die fertige Storyline. Ätzend!
    Was mir auch noch negativ aufgefallen ist bei Comics, ist der Einsatz von nahezu nackten bzw. leicht begleiteten, perfekt gebauten Frauen. Und das ohne ersichtlichen Grund. Bei Büchern würde ich die Bettszenen dem gleich setzen.
    LG

    1. Hallo,
      tatsächlich ist dieses “perfekte, leicht bekleidete Frauen”-Klischee wirklich ein Klischee über Comics. Ja es gibt sie und das nicht zu selten bei den “Superheldenverlagen”. Tatsächlich lese ich aber wenig in dieser Sparte, da begegnet mir dieses Klischee eben sehr selten.
      LG

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