Masterplan reloaded

Geschafft. Im zarten Alter von 37 Jahren habe ich mein Erststudium abgeschlossen. Nach der Prüfung war ich einfach nur erleichtert, als ich dann meine Urkunde (per Post wegen Corona und so) erhalten habe, hatte ich Tränen in den Augen und war stolz, meine Leistung schwarz auf weiß zu sehen. Zu Beginn des Studiums sagte ich mal, dass ich bis 40 meinen Master will. Naja, mit 40 wäre zumindest realistisch, denn damals ich kannte noch nicht alle Fakten.

Im Beitrag Masterplan habe ich mir Gedanken gemacht, was ich für Möglichkeiten habe, einen Master zu machen. Inzwischen weiß ich, dass ich Informatik oder lieber Wirtschaftsinformatik M. Sc. sein möchte. Aktuell kommen dafür nur zwei Optionen infrage, die beide auf mehr oder weniger wackeligen Beinen stehen. Liebste Option: Master an meiner bisherigen Hochschule. Dabei handelt es sich um einen Weiterbildungsmaster, der nicht ganz billig, aber auch nicht “privathochschulen-teuer” ist. Allerdings gibt es eine Wartezeit. Ab Scheinfreiheit gilt ein Jahr qualifizierte Berufserfahrung als Zulassungsvoraussetzung. Die andere Option: Masterangebot vom Arbeitgeber.

Weiterbildungsmaster

Die Wartezeit ist einerseits gut, denn ich kann mal Pause machen und vor allem ist der Master an meiner Hochschule noch nicht angelaufen. Er ist aber in Planung und könnte zum Wintersemester 2021 starten. Nachteil, länger warten bis zum Abschluss, vielleicht die Freiheiten zu sehr lieb gewinnen und die ETCS.

Der Master soll wirklich bis zum WS 21 anlaufen, sollte dies nicht der Fall sein, kann ich mich an einer anderen HS der VFH anmelden und später einfach innerhalb des Verbundes wechseln. Die ETCS bleiben aber ein Problem, denn das Masterstudium hat nur 90, statt der benötigten 120 ECTS. Inzwischen weiß ich aus einer anderen HS der VFH, dass Zertifikate und Ausarbeitungen zu Arbeitsleistungen angerechnet werden können. Außerdem ist der recht hohe Preis ein “Festpreis”, egal wie viele Module ich belege. Also kann ich fehlende ETCS einfach erarbeiten. Dazu kommt, dass ich einen zusätzlichen Kurs belegt habe, um im Vorfeld bereits 5 ETCS zu sammeln.

Die Bewertung der Anrechnung läuft immer über ein Gremium für jeden Antrag individuell. Mit Extra-Modul und Zertifikaten könnte ich vermutlich 15-20 ECTS erreichen. Ein Modul, das in meinem Master nicht abgedeckt ist, wäre KI. Das würde ich auf jeden Fall zusätzlich belegen und auch User Experience wäre noch spannend. Damit wären evtl. alle benötigten Punkte für den Weiterbildungsmaster mit zwei zusätzlichen Kursen abgedeckt.

Dualer Master

Mein Arbeitgeber hat gemerkt, dass es einen Mangel an IT-Kräften gibt und hat einen dualen Bachelor ins Leben gerufen. Statt Ausbildung gibt es nun ein Wirtschaftsinformatikstudium, aber eben zu den “Azubi-Konditionen”. Geplant ist auch ein dualer Master im Informatikbereich. Für eine andere Fachrichtung gibt es bereits einen Master, unterstützt von Arbeitgeber, für den es sogar Stipendien gibt. Dieser duale IT-Master wäre meine zweite Option.

Der Realismus sagt mir allerdings, dass dieser Master sicher erst nach dem Wirtschaftsinformatikmaster an meiner HS starten wird. Ich lasse mich auch gerne positiv überraschen und einen “billigen” Master vor Ort nehme ich durchaus gerne an. Ich sehe es nur nicht unbedingt als realistisch. Vorteil könnte hier aber sein, dass für den Master im IT-Bereich die gleichen Konditionen gelten, wie für den im Verwaltungsbereich. Das bedeutet Freistellungen für Studienveranstaltungen, zum Lernen und ein Großteil der Kosten wird getragen, wenn man sich für ein Stipendium qualifiziert. Das wäre fast schon der ganz große Luxus.

Warum nicht FernUni?

Die wohl günstigste Option auf einen Wirtschaftsinformatik-Master bietet die FernUni Hagen und ich könnte direkt nach dem Bachelor starten. Warum mache ich es also nicht? Die FernUni hat eine tolle Auswahl an Wahlpflichtkursen und im ersten Augenblick sieht die Verteilung mit vier Modulen pro Semester recht Attraktiv aus, da ich selbst vier Module pro Semester in Teilzeit belegt hatte. Ein Blick auf die Details zeigen, dass dies ein Trugschluss ist. Die Module der FernUni bestehen in der Regel aus 2-3 Kursen pro Modul und jeder Modul hat 10 ETCS. Das ist der doppelte Zeitaufwand meiner bisherigen Module.

Auch finde ich das Informationsangebot der FernUni nicht besonders gut. Zu welchen Kursen gibt es Pflichtpräsenzen und wo werden diese angeboten? Wo sind die möglichen Prüfungsstandorte der einzelnen Kurse? Diese können pro Kurs abweichen und damit können sie “vor der Haustür” oder “irgendwo in Deutschland” sein. Ich hatte Kommilitonen, die wegen Organisations- und Betreuungsproblemen von der FernUni zur HS gewechselt sind. Außerdem stellt sich mir die Frage “Forschung oder Praxis”. Ich bin und bleibe in der Praxis verhaftet und bin insgesamt eher ein praxisorientierter Mensch, daher könnte ein universitäres Studium von der Ausrichtung vielleicht nicht ganz das Richtige für mich sein. Aber es dürfte eine Art Backupplan sein.

Der Plan

Fortbildungen. In meinem Jahr Zwangspause plane ich Fortbildungen zu besuchen. Zum einen hatte ich bereits eine geplant, diese wird von Arbeitgeber gefördert, zum anderen kann ich sie mir ggf. als ETCS anrechnen lassen.

Der Master an der VFH ist auf vier Semester also zwei Jahre ausgelegt. Sollte ich den entsprechend durchziehen können, dann kann ich immer noch mit 40 den Master bekommen. Muss ich extra Module belegen, könnte es sich um ein Semester verlängern und es könnte knapp werden mit der magischen 40.

In trockenen Tüchern ist hier aber noch absolut gar nichts. Im Sommer nächsten Jahres wird das Thema wieder aufgerufen und wir schauen mal weiter.

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