Green Witch Village +Rezension+
Green Witch Village
2025 eingeschlafen und 1959 als Tabatha Sands aufgewacht. Keine Erinnerung an den eigenen Namen, aber an Smartphones und vieles mehr. Zum Glück helfen Tabathas Mitbewohnerinnen, um sich in der Zeit zurechtzufinden. Wobei sie die Zeitreisesache nicht recht glauben. Als neues Maskottchen, der Green Witch, für Greenwich bringt sie immerhin ihren Teil der Miete mit. (Posieren dank Instagram kein Problem)
Hexen, Agenten und Spione
Zuerst muss sie sich jedoch mit ihrem neuen Manager auseinandersetzen, denn noch ist die Castingcouch ein Ding und der Manager möchte auch ein Stück vom Kuchen. Genau genommen verhält er sich eher wie ein Zuhälter als ein Manager, doch Tabatha hat da andere Vorstellungen in der Zusammenarbeit. Ähnlich läuft es ab, als sie auf einer Presseveranstaltung auf einen russischen Journalisten trifft. Die CIA bedrängt sie ihn zu Verführen, um an Informationen zu kommen, denn sie halten ihn für einen Spion.
Es ist sehr spannend welche Wege Tabatha hier einschlägt, um nicht in dieser unemanzipierten Welt unterzugehen. Sie steht ihre Frau, doch nicht immer klappt alles wie erhofft. Eine Atombombe ist verschwunden und Tabatha muss nur mal eben die Welt retten. Dazu hört sie Stimmen aus der Zukunft und freundet sich mit der Nichte eines Mediums an. Ganz nebenbei möchte sie natürlich auch wieder nach Hause.
Der Fokus bei diesem One-Shot lag auf dem Golden Age der Comics. Zeitungsstrips und ihre Aufmachung. Starte nach Möglichkeit die Seite mit einer Totalen und beende sie so, dass hier ein Cut entsteht und sie eigenständig funktioniert. Tatsächlich hat es so gut geklappt, dass ich den Comic öfter als gewöhnlich zur Seite gelegt habe. Der Ansatz wurde allerdings erst am Ende des Comics erklärt und ich war überrascht zu erkennen, wie gut es funktioniert hat. Damit war nicht nur Tabatha, sondern auch der Comic selbst von einer Zeitreise betroffen.
Die Zeichnungen und Farben sind richtig stark und passen gut in die Zeit. Um so dürterer und bedrückender wirken Tabathas Träume, die gleichzeitig moderner ausehen. Eben wie eine Frau aus 2025 träumen würde. Wärend ihre Mitbewohnerinnen oft einen zarten und verletzlichen Gesichtsausdruck haben, wirkt sie viel abgebrühter und entschlossener. Doch täuscht euch nicht, der Ausdruck ist nur was die Gesellschaft erwartet, ich will die beiden keinesfalls als schwach bezeichnen.
Die Geschichte funktioniert gut, denn Tabatha ist bereit dazu anzuecken und sich nicht unsichtbar einzufügen. Dabei läuft aber auch nicht alles glatt. Nicht alle kommen mit ihrer Art klar, ihre Mitbewohnerinnen versuchen ihr Tipps zu geben. Dabei geht es eher darum, sich einzufügen, um weniger Probleme zu haben. Diese Spionagegeschichte ist spannend, überraschend und kommt nicht ohne Gewalt aus.
Green Witch Village ist ein interessanter neuer Blickwinkel auf 1959 und eine spannende Spionagegeschichte.
… verschlägt eine junge Frau aus 2025 nach 1959.
… Zeigt die Schattenseiten des Showbiz in der Zeit.
… hält außerdem eine Spionagestory um eine Atombombe für uns bereit.




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Green Witch Village
Szenario: Lewis Trondheim
Zeichnungen: Franck Biancarelli
Farben: Jérôme Maffre
Übersetzung: Karolina Heidinger
Hardcover mit 104 Seiten
ISBN: 9783965822207
Erschienen am: 10.02.2026
bei Schreiber & Leser
Der Comic wurde mir als kostenfreies Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung ist dadurch nicht beeinflusst.
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