Was bin ich und wenn ja, wie viele?

Wie ich ein Nerd wurde

Mein Weg zu… Was denn eigentlich?

Ich bin Nerd, Comic-Kundige, strebsame Studentin, Informatikerin, Häkel-Kreative, Klemmbaustein-Fan, Podcasterin und Bloggerin. Bei der BoomBoomBlog2022 Aktion von Sympatexter, muss ich mich aber nun auf ein WAS festlegen.

Comic-Kundige – Das steht schon in Ich und die Comics und ist überall zu hören, wenn ich mich mal vorstellen muss
Häkel-Kreative – Das war im allerersten Blogbeitrag
Strebsame Studentin / Informatikerin – Das habe ich im Ü30-Studentengejammer erzählt
Bloggerin – Ist eh Sandra dran schuld, mit dem Geschenk für sie und der Anfrage, was über Marvel zu schreiben
Podcasterin – Die 3 Frauen. n Comics. Der Comicklatsch stellt sich schon hier vor.
Noppensteine – Nee, das ist zwar auf YouTube und so zu finden, aber nicht im Blog
Nerd – Moment, das ist im Namen meines Blogs und ich habe es noch nie erzählt, wie ich ein Nerd* wurde? Wird also Zeit!

Was bin ich? Ein Nerd

  1. Ab Ende der 80er: Sonntagmorgen Cartoons. Aufstehen bevor die Eltern wach wurden und Transformers, He-Man, She-Ra, X-Men, Bravestar, Star Sheriffs, Galaxy Ragers, Iron Man und so weiter schauen. Das hat wohl jeder in der Grundschule gemacht.
  2. Ab Anfang der 90er: Aufsaugen, was die fünf TV-Programme zu bieten hatten. Kampfstern Galactica, Buck Rodgers, Batman mit Adam West und meine erste Liebe Star Trek. Natürlich wollte ich fliegen wie Apollo und Starbuck und klingonisch sprechen.
  3. Kurz danach: Nachmittagsfilme. Ray Harryhausen war mir als Kind unbekannt, trotzdem habe ich seine Werke im Film sofort erkannt. Godzilla und andere Monsterfilme folgten sehr schnell.
  4. Ab Mitte der 90er: In die Fußstapfen der großen Schwester. Das Abendprogramm bot plötzlich Star Wars, Indiana Jones, Zurück in die Zukunft und bereits im Grundschulalter habe ich Stephen Kings Es gesehen. Mit der Peitsche hantieren wie Indy und das Lichtschwert schwingen, welches Kind hat das nicht gemacht. Ok, ich war vermutlich eines der wenigen Kinder, die mit Armaflex Rohren aus dem Lager gekämpft und sich aus Blech eigenes Spielzeug hergestellt haben.
  5. Gleich darauf: Das Spätprogramm. American Ninja, Cannon Filme im Allgemeinen, aber auch Alien, Predator und nach Es, häuften sich langsam die Horrorfilme. Unter 12-Jährigen war es schon ein bisschen cool, wenn wir die FSK 16 Filme gesehen haben.
7. Klasse, Fototag in der Schule. Mädchen mit genervtem Blick und IQ (Kuh) T-Shirt
Der Fototag in der Schule (ca. 7. Klasse)
  1. Ende der 90er: Horror und Comics. Mit 16 hatte ich einen Freund, in einer anderen Stadt, den ich ohne meine beste Freundin Melly nie kennengelernt hätte. Dort war es zum einen viel einfacher, an Comics zu kommen als bei mir und zum anderen hatte er massig Horrorfilme.
  2. Anfang der 2000er: der Cut. Mit 18 war mein damaliger Freund der Meinung, ich solle mich mal erwachsener verhalten. Es gab keine neuen Comics mehr, keine Nerdshirts, sogar mit meiner Lieblingsfarbe hatte er ein Problem. Unnötig zu sagen, dass diese Beziehung toxisch war. Ihm wäre es am liebsten gewesen, ich hätte meine Ausbildung zur Informatikkauffrau abgebrochen und wäre nicht so geschickt mit Werkzeug.
  3. Mitte der 2000er wurde Sandra meine Kollegin. Wir sprachen über Comics, schräge Filme, B-Movie-Trash, ich bewunderte ihre Nerdshirts und mir wurde klar, dass es überhaupt kein „deines Alters entsprechend anziehen“ gab. Es gibt nur gefällt mir oder nicht und Anlässe, zu denen es eine Kleiderordnung gibt.
  4. Mein Freund Mitte der 2000er machte mir zwei tolle Geschenke, auch wenn es nicht lange hielt. Er zeigte mir die Scheibenwelt Romane und schenkte mir einen Comic zu einem dieser Romane. Mein Interesse, Büchern eine Chance zu geben, wuchs dadurch ungemein.
  5. Ende der 2000er: Als Teen wurde ich noch komisch beäugt, wenn ich über Comics, Sci-Fi- und Horrorfile geschwärmt habe. In der Schule war es nicht zwingend angenehm, ich selbst zu sein. Jetzt wurde es mir egal, was andere davon hielten. Weil ich es mag und zeige, musst du es ja nicht auch mögen. Der Nerd war immer da und nun trug ich es offen zur Schau.
Frau mit Vespa Shirt in Prag 2010 auf der Karlsbrücke
2010 in Prag
  1. 2008: Die Marvel Filme kamen ins Kino und schnell gab es eine feste Gruppe, mit der es ins Kino ging zu jeder anstehenden Comicverfilmung. Während ich den „Unwissenden“ alles über die Marvel Leute erzählt habe, musste Sandra die Rolle für DC übernehmen. Echtes Nerd-Wissen eben.
  2. 2014: Ein Geburtstagsgeschenk verändert einiges. Sandra und ich gingen inzwischen getrennte Wege in der Arbeitswelt, doch wollte ich ihr zum Geburtstag eine Gehirnschecke schenken. Das war unser Running Gag auf der Arbeit, aber ich konnte keine finden. So kam ich nach der Grundschule wieder zum Häkeln. Es wurde massig Nerdstuff gehäkelt und eigene Designs brachten mich dazu diesen Blog zu gründen.
  3. Mitte der 2010er: Langsam wurde es immer leichte an Merchandise zu kommen und ich hier ein Shirt, da ein Pulli, dort eine Figur. Nach den Marvel Filmen, kamen die Serien, die Serien meiner Kindheit wurden neu aufgelegt oder deren Universum erweitert. Ich bin völlig aufgeblüht. Mit meinem Mann samstagabends Star War The Clone Wars bingen und Let’s Plays von Horrorspielen schauen. Dann kamen die ganzen Streamingdienste und ich konnte mich in neuen Serien und Filmen ertränken, aber auch in Kindheitserinnerungen suhlen.
LBM 2018, zwei Frauen
Mein erster Buchmessenbesuch mit Sandra
  1. 2017: Ein Gastbeitrag. Sandra rezensierte inzwischen auf ihrem eigenen Blog und wollte den Einstieg in das Medium Comic leichter machen. Dazu fragte sie 2017, ob ich nicht etwas über Marvel schreiben möchte. Nach dem Artikel steigerte sich mein Comickonsum immens und ich wollte so viel mehr lesen als „nur“ Superhelden. Außerdem machte es mir Spaß, über Comics zu schreiben. Mein Blog wuchs, die Kooperationen mit Verlagen und andern begannen. Plötzlich bin ich die Presse (seht mich als Mischung aus Karla Kolumna, Peter Parker und Clark Kent).
  2. 2022: Hier bin ich nun. Film und Fernsehen und damit die Popkultur haben mich früh beeinflusst und mich immer festgehalten. Es gab Phasen in meinem Leben, da habe ich es weniger gezeigt, aber aktuell genieße ich es einfach. Die Superhelden aus den Cartoons meiner Kindheit und den Comics meiner Jugend sind im Kino und im Fernsehen. Meine Lieblingssendungen sind Comics geworden. Dazu bietet das Medium Comic noch so viel mehr. Geschichte, Biografien, Wissen, sämtliche Genres aus Buch, Spiel, Film und Fernsehen findet ihr auch in Comics und ich schätze einfach eine gute Geschichte, da ist mir das Format egal.
Was bin ich? Ein Nerd vor einem Comicregal
2022 ein Nerd und eines ihrer Comicregale

*Warum eigentlich Nerd und nicht Geek? In Deutschland überschneiden sich beide Begriffe, im Englischen ist es eher abgegrenzt. Ein Begriff ist für intelligente Menschen („intellectual Badass“), wissbegierig, oftmals im wissenschaftliche Bereich tätig (MINT / STEM). Tada, hier bin ich, die Informatikerin, die Ende ihrer 30er noch einen Mastertitel will. Der andere Begriff definiert Personen mit Spezialwissen, die sich in einem Bereich besonders gut auskennen. In Deutschland sind die Begriffe austauschbar, aber Nerd ist deutlich gängiger. Nur am Rande, sowohl Stephan I am Nerd und Nadine, Flo, Tony und Michael Geekeriki treiben sich in derselben Sphäre herum wie ich und sind übrigens supernette Menschen.

16 Antworten

  1. Sandra sagt:

    Fantastische Reise durch dein nerdy Leben und ich freue mich sehr, dass wir uns damals über den Weggelaufen sind. Was wäre sonst aus uns geworden :-O
    😀 Weiter so und bald können wir endlich auch mal wieder live Veranstaltungen rocken *hug*
    Liebe Grüße
    Sandra

    • NadelNerd sagt:

      Vielen Dank. Ich freue mich auch sehr darauf, mal wieder live unterwegs zu sein.
      Vermutlich wären unser Lebe ohne einander auch nicht langweilig gewesen, aber ein Einfluss ist nun mal nicht abzustreiten. *hug*
      Liebe Grüße
      Ariane

  2. Davis sagt:

    Danke für diese Nerdymission. Ich finde, jede/r sollte seinen Nerdanteil viel mehr in die Welt tragen.
    Vielleicht bald auf ein Pesto bei Sandra?
    Liebe Grüße
    Daro

  3. Christel sagt:

    Toller Text, sehr sympathisch. Ich liebe Comics ebenfalls: Mawil, Reinhard Kleist, Barbara Yelin usw. Ins Marvel-Universum bin ich letzten Winter eingestiegen, mit Thor und Loki und Iron Man. Macht echt Spaß. Auf deinen Blog gekommen bin ich durch die #boomboomblog2022 challenge habe es endlich geschafft, meinen persönliche Blog zu starten! Über Bücher und comics werde ich bestimmt auch schreiben. Aber erstmal will ich meine website richtig hinkriegen, mit eigener domain und so. Viele Grüße aus Stralsund, von Nordlicht zu Nordlicht

    • NadelNerd sagt:

      Hallo Christel,
      Judith hat ja viele gute Tipps für einstiger gegeben, da klappt es bestimmt schnell mit dem eigenen Blog.
      Nix muss perfekt sein, hübsch kommt später und WordPress (ich blogge mit WordPress und bin Informatikerin) reicht vollkommen aus.
      Da bin ich schon sehr gespannt, was bei dir noch kommt.
      Viele Grüße
      Ariane

  4. Vanessa sagt:

    ich musste erstmal googeln, was Klemmbausteine sind ‍♀️

    Danke, dass du mein festgefahrenes Bild von Menschen, die sich mit Vektoren beschäftigen und auf Star Wars stehen, radikal revolutioniert hast. Da bin ich echt vom Dorf. Ich hatte als Erstes immer ein männliches Bild vor Augen. Das hat sich gerade grundlegend geändert

    Außerdem finde ich, dass man ist nie zu alt ist für coole Shirts. Ich habe unter anderem eines mit Goose und eine pizzafressende Pusheen.

    Danke Ariane, für den tollen Artikel❣️

    Liebe Grüße
    Vanessa

    • NadelNerd sagt:

      Vielen Dank Vanessa,
      Ja Klemmbausteine zu Lego ist wie Papiertaschentücher zu Tempo. Lego ist da sehr genau den Markennamen nicht für vergleichbare Steine verwenden zu dürfen. Pusheen ist toll
      Ja, irgendwie ist es auch immer noch so männlich besetzt, wo ich mich rumtreibe aber es ändert sich immer mehr.
      Liebe Grüße
      Ariane

  5. Michael Kleu sagt:

    Ich wusste schon immer, das Sandra guter Umgang ist 😉

    Bei mir sähe eine solche Auflistung recht ähnlich aus!

  6. Steffi sagt:

    Ein super Beitrag; obwohl Deine Thematik so gar nicht meine ist, hat mich Deine sympathische und interessante Art und Weise dazu gebracht, bis zum Ende weiter zu lesen! 😉

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