Ida – Keine Katzengeschichte +Rezension+

Ida – Keine Katzengeschichte

Eines Nachts wacht Ida auf und hört, wie sich ihre Eltern wieder einmal streiten. Am nächsten Morgen ist ihr Vater weg, und sie bleibt mit ihrer Mutter zurück. Sie wohnen ein bisschen abseits vom Dorf, doch das Zusammenleben ist nicht einfach.

Schweres Thema zugänglich gemacht für Kinder

In der Schule wird Ida gemobbt und als dreckig bezeichnet, doch noch mehr Angst hat sie vor zu Hause, denn ihre Mutter ist unberechenbar. Sie geht gerne alleine im Wald spazieren, in ihrem eigenen Tempo und in Ruhe. Das ist besser, als zu Hause von ihrer Mutter für jede schlechte Note Ärger zu bekommen. Doch selbst wenn die Noten besser werden, ist es ihrer Mutter nie gut genug. Mal ist ihre Mutter ganz lieb zu ihr, dann lässt sie wieder den ganzen Frust an ihr aus. Alles, was sie bewegt, projiziert sie auf Ida und spricht es auch aus.

Es gibt jede Menge implizite Drohungen, und nachts hält Ida das Gedankenkarussell wach. In der Schule kann sie sich dann nicht mehr konzentrieren. Mich persönlich hat es getriggert, als ihre Mutter sie mit „Madame” angesprochen hat. Auch Worte können verletzen, und das soll die deutliche Botschaft dieses Comics sein. Häusliche Gewalt ist nicht nur physische, sondern auch psychische Gewalt. Ida muss viele Ängste durchstehen, bekommt für alles die Schuld und ist nie gut genug. Als sie beim Spielen Moritz und seine Mutter kennenlernt, erlebt sie zum ersten Mal auch positive Gefühle. Auch eine kleine, nette Geste ihrer Lehrerin bedeutet ihr viel. Diese schönen Momente sind daran zu erkennen, dass sie von einem warmen gelben Schleier umgeben sind. Die wenigen Momente, in denen sich Ida wohlfühlt.

Ida ist sehr mutig. Sie spricht mit Moritz und seiner Mutter über ihre Erfahrungen und später auch mit ihrer Lehrerin. Dieser Mut macht sich bezahlt, denn dadurch bekommt sie Hilfe und die Chance, sicher aufzuwachsen. Diese Katzengeschichte ist unheimlich stark und verdeutlicht, wie sehr Kinder in solchen Situationen leiden. Sie zeigt, dass ein solcher Alltag nicht normal ist. Er macht das Thema für betroffene Kinder und Kinder in deren Umfeld verständlich. Ich hoffe, dieser Comic kann einigen helfen, ihre Situation wiederzuerkennen, und sie dazu ermutigen, sich Hilfe zu suchen. Die Möglichkeiten sind im Comic aufgeführt.

Ida – Keine Katzengeschichte ist ein wichtiger und einfühlsamer Comic über häusliche Gewalt für Kinder. Die Triggerwarnung zu Beginn des Comics ist wirklich sehr wichtig!

Ida – Keine Katzengeschichte ...

… erzählt einfühlsam die Geschichte von psychischer Gewalt.
… hat wundervolle Bilder, die Idas Gefühlswelt eindrücklich zeigen. Im positiven wie im negativen Sinne.
… hat mich als Erwachsenen auch zum Weinen gebracht.

Comics für Einsteiger
Auch für Comic-Einsteiger

Dieser Comic ist für alle Kinder geeignet, die Situationen von häuslicher Gewalt erkennen sollen. Egal, ob sie selbst oder ihre Freunde betroffen sind. Nur wenn sie die Situation erkennen, können sie sich Hilfe suchen oder Hilfe anbieten. Keine leichte, aber eine wichtige Lektüre.

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Ida – Keine Katzengeschichte

Szenario und Zeichnungen: Noah Eggert
Hardcover mit 160 Seiten
ISBN: 978-3-949866-23-4
Erschienen am: 16.03.2026
bei Edition Helden

Der Comic wurde mir als kostenfreies Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung ist dadurch nicht beeinflusst.

Häusliche Gewalt, aber für Erwachsene:
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© Edition Helden

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