Ich bin ein verlorener Engel | Barcelona 2 +Rezension+
Ich bin ein verlorener Engel – Ein Barcelona-Krimi
In „Ich bin ein verlorener Engel“ wird Psychiaterin Eva Rojas mal wieder an einem Tatort vorgefunden. Aus dem fast trockenen Zement auf einer Baustelle schauen nur noch ein paar Beine heraus. Die Tattoos sprechen schon Bände, doch bevor Eva mit ihrer Aussage beginnt hat sie einen Wunsch: Sie will die Geschichte nicht doppelt erzählen müssen, daher besteht sich auf eine Befragung bei ihrem Psychiater mit dem zuständigen Ermittler und der Vize-Inspektorin, die sie nur Merkel nennt.
Ein Neonazi? – Den Tattoos nach einer von den ganz überzeugten.
Mit Zigarette und Stil
Evas Bericht startet ganz von vorne, bei ihrem Besuch ihrer Mutter in der Psychiatrie, denn auch sie sieht ihre Vorfahrinnen, die bei Evas Ermittlung natürlich wieder eine Menge zu sagen haben werden. Natürlich legt sie Wert darauf, dass sie keine Stimmen hört, es sind Halluzinationen. Doch eigentlich geht es um einen Fußballstar, der von seinem Verein zu ihr geschickt wurde und nun verschwunden ist. Der Verein will keine Schlagzeilen, darum soll sie ihn suchen. Diese Suche führt zum Straßenstrich der „Ladyboys“, zu Models und auch zu den Neonazis.
Nicht nur der Fall ist spannend, sondern auch insbesondere Eva und wie Jordi Lafebre sie ausgestaltet. Immer eine Zigarette dabei oft ein bisschen flirty dabei aber auch schnell überdreht. Sie liebt Mode, ständig wechselt sie ihre Outfits und das von Gammellook bis sexy. Es wirkt einfach total echt. Als sie vom Regen durchnässt bei den Models ankommt stehen diese ihr sofort bei. Komplimente für Tattoos, Haare, frische Klamotten und ein Austausch über ihre Studienabschlüsse. Das war ich unter „Girlhood“ verstehe, einander helfen und wertschätzen.
Es steckt hier so viel Liebe in den Details. Unausgesprochene Gedanken oder Informationen aus dem Fallbericht werden als keine Bildchen in Sprechblasen dargestellt. Während die Polizei und ihr Psychiater natürlich ein Blick auf ihre Schattenseiten werfen, ist es wundervoll zu sehen wie vorurteilsfrei Eva auf Menschen zusehen kann. Obwohl ihre Ahninnen manchmal nicht dazu in der Lage sind, doch in einem ist sie sich mit ihnen einig und das ist die Ansicht über Faschisten.
Ich war vom ersten Barcelona-Krimi begeistert und bin es auch vom zweiten. Nun hoffe ich, im dritten Teil noch ein bisschen mehr über Evas Mutter zu erfahren, und ich bin gespannt, wie sich ihre Beziehung zur Polizei weiterentwickelt. Wie soll ich es anders ausdrücken: Ich feiere Eva Rojas einfach hart! Ich glaube, dieser zweite Teil lässt sich auch recht gut losgelöst vom ersten Fall „Ich bin ihr Schweigen“ lesen, obwohl ich ihn euch dringend empfehlen muss.
Ich bin ein verlorener Engel spielt mit der Mode, der Psyche und verpackt eine labile Psychiaterin als großartige und eigenwillige Ermittlerin in ihrem zweiten Fall.
… ist Humor, Chaos und ein spannender Kriminalfall.
… führt eine neue Vorfahrin von Eva ein.
… bleibt geniale Unterhaltung und großartige Comickunst.




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Ich bin ein verlorener Engel – Ein Barcelona-Krimi
Szenario und Zeichnungen: Jordi Lafebre
Übersetzung: Hanna Reininger
Hardcover mit 112 Seiten
ISBN: 978-3-68950-166-2
Erschienen am: 21.05.2026
beim Splitter Verlag
Der Comic wurde mir als kostenfreies Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung ist dadurch nicht beeinflusst.

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