Das Kind der Vorsehung – Der Pfad des Magiers 1 +Rezension+
Das Kind der Vorsehung
Das Kind der Vorsehung spielt in einem Fantasy-Setting, das im Mittelalter angesiedelt ist, allerdings in einer erfundenen Welt. Kröte ist in ihrem Heimatdorf eine Art Ausgestoßene, nur mit dem Schmied hat sie sich angefreundet. Ihre Eltern nennen sie nicht nur „Kröte”, sondern behandeln sie auch wie ein schleimiges Tier. Am nächsten fühlt sie sich heute noch der namenlosen Hexe, die als Ausgestoßene etwas abseits vom Dorf wohnt.
Der rechte Pfad der Magie
Schnell wird klar, dass Kröte durchaus magisch begabt ist. Durchreisende werden auf sie aufmerksam und nach einer Art Prüfung schafft sie es auf das Magierkolleg. Hier muss sie sich allerdings erst einmal beweisen, denn die Magie, wie sie hier unterrichtet wird, ist nicht die Art von Magie, wie sie sie oftmals spürt. Die Kinder müssen lernen, die Purpurwolke herbeizuführen und sich auf den rechten Weg der Zauberei zu begeben. Kröte, die sich inzwischen Amara nennt, findet sich unter den Schülern jedoch nur schlecht zurecht. Allerdings findet sie hier andere Außenseiter.
Für sie gilt es, vieles nachzuholen, was andere schon können. Insbesondere muss sie lernen, sich nicht intuitiv in der Purpurwolke zu bewegen, denn die für Amara intuitiven Pfade sind oftmals nicht die, die hier gelehrt werden. Was ich durchaus interessant finde, ist das Außenseitertum. Auch hier wird die Hexe als geächtete Person dargestellt, die der falschen Magie nachgeht. Oftmals wird sie mit minderwertiger Magie gleichgesetzt. Immer wieder wird Amara in der Schule als „Hexe” bezeichnet.
Doch auch das Gatekeeping an sich ist ein Thema für die wenigen Mädchen an der Schule. Während es für die Jungen aus feinen Familien gerne gesehen ist, dass sie sich zu Magiern ausbilden lassen, ist es für ein Mädchen eher unrühmlich. Es wird bevorzugt, wenn sie eine lohnenswerte Heirat eingehen, anstatt sich fortzubilden.
Innerhalb der Schülerschaft gibt es weitere Klassenunterschiede. Die guten Schüler, die im Rampenlicht stehen, sind oftmals gar nicht so viel besser als die, die die Lehrer eher in einem negativen Licht sehen. Leistungen werden falsch eingeschätzt und Strafen fallen sehr unterschiedlich aus. Oftmals wird Gnade vor Recht für den Musterschüler angewandt, doch die Störenfriede werden härter bestraft. Gleichzeitig müssen die Jungs als Strafe Schwerter putzen, während die Mädchen die Waschräume schrubben müssen. Gerade dieser Punkt ging Amara sehr gegen den Strich, schließlich war sie nicht nur mit dem Schmied befreundet, sondern hatte dort auch schon eine Lehre begonnen. Insbesondere in der Waffenpflege war sie sehr versiert, und dennoch musste sie nun Böden schrubben.
Auch wenn die Sozialstrukturen in diesem Buch durchaus hinterfragt werden und ich Amara in vielen Punkten nachvollziehen kann, insbesondere was ihr Außenseitertum betrifft, bin ich leider nie so richtig mit dem Buch warm geworden. Vielleicht bin ich mittlerweile zu alt, um mich mit einer 12-Jährigen wirklich verbunden zu fühlen. Für jüngere Lesende kann es durchaus interessant sein. Wer die Geschichte eines Mädchens als Außenseiterin auf einer Zauberschule lesen möchte, ist hier absolut richtig und darf sich dabei durchaus mit Sozialkritik und Ungleichbehandlung auseinandersetzen. Doch leider habe ich mich mit Amara nicht genug verbunden gefühlt, um die Reihe weiterzuverfolgen.
… behandelt Klassenunterschiede.
… zeigt den Schulalltag.
Das Kind der Vorsehung – Der Pfad des Magiers 1
Szenario: Horus W. Odenthal
Softcover mit 386 Seiten
ISBN: 978-3-7534-4218-1
Erschienen am: 07.03.2021
bei Books on Demand
Das Buch wurde mir als kostenfreies Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung ist dadurch nicht beeinflusst.
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Die ersten Seiten von Das Kind der Vorsehung habe ich auf YouTube angelesen:







