The Horizon 01 +Rezension+
The Horizon 01
„The Horizon“ ist alles andere als ein Wohlfühl-Titel. Es herrscht Krieg und die zivile Bevölkerung wird niedergemetzelt. Nur ein Junge konnte einen dieser brutalen Angriffe in einem Versteck überleben. Nun läuft er einfach immer weiter den Horizont entgegen.
Ein bisschen Menschlichkeit bleibt, aber nicht viel
Bereits auf den ersten Seiten bricht mir der Junge mit seiner Reaktion auf den Tod seiner Mutter das Herz. Gleichzeitig wird durch meine Erinnerung ein Bild aus den Untiefen meines Gehirns geweckt, das mir Ausschnitte aus „Bad Taste“ zeigt. Vielleicht ist das sogar gut, denn dadurch löst sich der Knoten in meiner Brust wieder ein wenig. Doch der Junge kann nicht alleine zurückbleiben, also macht er sich auf den Weg. Es dauert nicht lange, da begegnet er einem Mädchen. Zufällig haben sie an derselben Stelle Schutz für die Nacht gesucht. Es ist mehr als eine spontane Entscheidung, dass sie von nun an zusammen reisen.
Diese Welt ist einfach grausam. Die beiden Kinder reden kaum miteinander. Als sie einem Mann begegnen, wird klar, dass er völlig verstört ist und gar nicht mehr redet. Die Wanderung ist ein Überlebenskampf, und der Mann beginnt, den Kindern zu folgen. Das Mädchen hat Mitleid, doch der Junge ist voller Misstrauen. Ganz ehrlich, am Ende des ersten Bandes hatte ich das Gefühl, dass alle Menschlichkeit verloren ist – wenn da nicht das Mädchen wäre.
Zu Beginn wird eine Triggerwarnung ausgesprochen, die euch jedoch nicht ansatzweise auf das vorbereitet, was ihr in diesem Manhwa erleben werdet. Es gibt nur wenige Worte, und noch weniger werden gesprochen. Die Bilder tragen euch durch die Geschichte. Oft sind die Panels auf Doppelseiten aufgeteilt. Durch diese Weite wirken die Kinder noch einsamer. Die Geschichte wird von Sorge, Gewalt und dem Willen zu überleben getragen. Dabei dringt der Klang der ersten Seiten in immer tiefere Regionen vor, bis er schließlich wieder dumpf wird.
Obwohl das Buch sehr dick ist, lässt es sich schnell lesen, da auf viele Worte verzichtet wird. Die Bilder sprechen in den meisten Fällen für sich, werden aber an einigen Stellen durch einen erzählenden Text ergänzt. Da Worte die Geschehnisse nicht beschreiben können, gibt es fast keine Konversationen. Es ist eine Geschichte, die sich nicht mit dem Kopf, sondern mit den Gefühlen lesen lässt. Ob das etwas für euch ist, müsst ihr selbst entscheiden.
The Horizon 1 ist grausam und damit vermutlich sehr ehrlich, wenn es um Krieg geht.
… ist düster und traurig
… hat ein starkes Artwork, wobei es oft eher simpel wirkt.
… wäre von Aufbau ein guter Einsteigertitel, dennoch kann ich es nicht für Manga-Neulinge empfehlen.


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The Horizon 01
Szenario und Zeichnungen: JH
Übersetzung: Denise Hedrich
Softcover mit 376 Seiten
ISBN: 978-3-98949-101-4
Erschienen am: 05.02.2026
bei Cross Cult
Der Manhwa wurde mir als kostenfreies Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung ist dadurch nicht beeinflusst.

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