Oh Gott! +Rezension+

Oh Gott!

Eine inoffizielle Biografie. Was soll ich dazu bloß sagen? Oh Gott! Für alle mit religiösen Ansichten hier eine kleine Contentwarnung: Diese Biografie könnte Ketzerei enthalten. Die Geschichte von Religion, Gottheiten und Glauben wird hier an einer Person festgemacht: Gott, von seiner Geburt über die Jugend, das Erwachsenwerden bis zu seinem Niedergang.

Die breite Vielfalt an Religionen und Glauben

Die Biografie wird aus der Perspektive eines Gottes, eines einzigen, erzählt. Er beschreibt seine Geburt als Symbol des Weiblichen, der Fruchtbarkeit. Diese Darstellung finden wir auch in der Frau als Mensch. Davor gab es eher Geister und Naturreligionen, aber noch keine konkrete Persönlichkeit.

In seiner Jugend wurde er männlicher und nahm viele Gestalten an. In vielen Ländern wie Indien, Griechenland oder Ägypten entstanden gleichzeitig Hierarchien zwischen Herrschern, Arbeitern und Sklaven. Die Gesellschaftsform veränderte sich und mit ihr auch der Glaube. So wurde Gott im Erwachsenenalter auch immer politischer. Es gab einen ersten Versuch des Monotheismus in der Mittelschicht. Es gab aber auch Religionen ohne Gott, in denen beispielsweise die Geschichte des ersten Buddha erzählt wird. Doch auch der Taoismus findet hier seinen Ursprung und hier erkenne ich viele Dinge wieder, die ich aus der chinesischen Kultur bereits kenne.

Natürlich kommt das Ganze nicht ohne die großen Weltreligionen aus: vom Judentum über das Christentum bis zum Islam. Je nachdem, an wie viele Propheten die einzelnen glauben. Die Verbreitung des Islams bis nach Spanien mit der Idee, sich so viel Wissen wie möglich anzueignen, ist bekannt. Auch hier sehe ich wieder das Buchmaultier von Córdoba vor mir, das versucht, möglichst viele Bücher aus der Bibliothek zu retten. Doch die Herrschenden nutzten die Religionen aus. So kam es immer wieder zu Umstrukturierungen, verschiedenen Einflüssen und vielem mehr. Letztendlich landen wir bei den Freimaurern, Darwin und dem Atheismus und finden uns so in der aktuellen Zeit wieder.

Diese Geschichte über die Religion ist wirklich sehr spannend erzählt und unterhält ausgezeichnet. Das Ganze ist immer mit einem gewissen Humor versehen. Die Autoren sind sich selbst darüber im Klaren, dass fundamentalistische Glaubenseinflüsse sicherlich nicht mit ihrem Schaffen konform gehen. Es ist schön, genau dieses lockere, witzige Element zu haben, wenn es um Religionen geht, die oftmals so ernst und einschränkend sind. Eine tolle geschichtliche Entwicklung über Religion, Gottheiten und den Glauben auf der ganzen Welt.

Oh Gott! zeigt auf humorvolle und informative Weise die Entwicklung des Glaubens durch die Menschheitsgeschichte.

Oh Gott! ...

… wirft einen Blick in die religiöse Vielfalt.
… betrachtet die Korrelation zu Menschheitsgeschichte.
… verpackt Wissen mit viel Humor.

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Oh Gott!
Über Religionen, Gottheiten und den Glauben auf der ganzen Welt

Szenario: Frédéric Lenoir
Zeichnungen: Anne-Lise Combeaud
Übersetzung: Antje Riley
Hardcover mit 224 Seiten
ISBN: 978-3-95728-994-0
Erschienen am: 25.09.2025
bei Knesebeck

Der Comic wurde mir als kostenfreies Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung ist dadurch nicht beeinflusst.

© Knesebeck

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