Manga Biografien – Röntgen +Rezension+

Manga Biografien – Röntgen

Inzwischen gibt es schon eine ganze Menge der Manga Biografien aus dem Hause Ullmann. Für mich ist die Manga Biografien – Röntgen über Wilhelm Conrad Röntgen erst die zweite nach Kleopatra, die ich lese. Willy Röntgen wird im heutigen Deutschland, damals Preußen, geboren. Bald darauf ziehen seine Eltern mit ihm in die Niederlande aufgrund der politischen Lage. Hier wird für Willy jedoch die Schule ihre Tücken haben und doch steht ihm Weltruhm bevor.

Vom Schulverweis zum ersten Nobelpreisträger in Physik

Dieser Manga lässt ein paar Einblicke in der Leben und die Persönlichkeit von Röntgen zu. Nach der Grundschule musste er sein Elternhaus verlassen auf die technische Schule, ein Internat. In Mathematik und Chemie gab es beste Noten, im Gegensatz zur Physik. Doch kurz vor dem Schulabschluss wurde Röntgen von der Schule geworfen, weil er seine Mitschüler nicht verpetzen wollte. Dennoch versuchte er auf die Universität zu kommen. Die schriftliche Prüfung lief gut, in der mündlichen traf er jedoch auf den Lehrer, dem er seinen Rauswurf zu verdanken hatte.

Somit war er erst nur Gasthörer und später versuchte er sein Glück in der Schweiz am Polytechnikum. Neben dem Maschinenbaustudium verliebte er sich auch. Obwohl ihm Physik nie so richtig lag, spornte ihn der Physikprofessor an, sich in der Experimentalphysik zu versuchen. Hier kam ihm seine Genauigkeit zugute. Nicht viele Worte, aber präzise mussten sie sein. So waren seine Ausarbeitungen und so erwartete er es später auch von seinen Studenten. Doch auch in der Lehre ließen ihn die Experimente nicht so. Doch genau dies führte zur Jahrhundertentdeckung, den X-Strahlen.

Das Leben von Röntgen wird greifbar, durch viele kleine Momente, die wir miterleben, dürfen zeigt sich auch sein Charakter. Kleinkariert oder einfach nur genau? Das konnte ich nicht so recht zwischen den Zeilen herauslesen. Ich finde es großartig, dass im Zuge der ersten Nobelpreisverleihung auch die Hintergründe dieser und damit das Vermächtnis von Alfred Nobel erklärt wird. Warum diese Strahlen noch bis heute eine so große Bedeutung haben und damit zu Recht bereits kurz nach der Entdeckung gefeiert wurden. Ihr habt Glück, dass ich das Röntgenbild meines Arms zeige, denn das CT meines Kopfes wäre ein bisschen gruselig. Doch auch die Computertomografie wäre heute ohne die Entdeckung von Willy nicht möglich.

Die Entscheidung Röntgen als Willy durch den Manga zu begleiten macht ihn direkt nahbarer. Die ersten farbigen Seiten des Manga sehen großartige aus. Wieder werden einige Begriffe direkt in Randnotizen erklärt, damit jüngere Lesende hier direkt abgeholt werden. Ebenfalls findet sich ein ausführlicher Anhang, der bereits in den Kinderjahren von Röntgen ansetzt und damit die bürgerliche Revolution nochmals aufgreift. Viele in der Geschichte adressierte Themen können auf den letzten Seiten nochmals vertieft werden.

Röntgen ist wundervoll leichtgängig und vom großen Unterhaltungswert. Das Wissen kommt ganz von alleine noch dazu.

Röntgen ...

… ist spannend und faszinierend.
… bietet einen leichten Zugang zu dem ersten Nobelpreisträger in Physik.
… zeigt, dass große Erfindungen oft viel Arbeit kosten und Umwege im Leben dazugehören.

Comics für Einsteiger
Auch für Comic-Einsteiger

Ihr seid wissbegierig oder hat wissbegierige Kinder? Vielleicht hat eines der Kinder sich mal einen Knochen gebrochen und ist fasziniert von Röntgenaufnahmen. Dann kann dieser Manga ein wundervoller Start in dieses Medium sein. Vorwissen wird nicht benötigt, die Leserichtung lässt sich in den meisten Fällen einfach erkennen, auch wenn die Sprechblasen manchmal ein wenig verschachtelt sind. Der Text ist in der Geschichte gut runter reduziert, eine Vertiefung gibt es im Anhang. Die Bilder unterstreichen den Text und ergeben eine wundervolle Kombination.

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Manga Biografien – Röntgen

Szenario und Zeichnungen: Shouko Fukaki
Übersetzung: Timo Jankowski
Softcover mit 128 Seiten
ISBN: 978-3-7415-2862-0
Erschienen am: 30.09.2025
bei Ullmann

Der Comic wurde mir als kostenfreies Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung ist dadurch nicht beeinflusst.

© Carlsen

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