Emma und Amir – Im Schatten des Terrors +Rezension+

Emma und Amir – Im Schatten des Terrors

„Emma und Amir“ ist der zweite Comic von Bianca Schaalburg, den ich bisher gelesen habe. „Im Schatten des Terrors“ ist etwas, das ich nach „Der Duft der Kiefern“ nicht erwartet habe. Was ich bekomme, ist eine bunte Mischung mit einem ernsten Hintergrund. Nachdem Amirs Freund in einen Anschlag verwickelt wird, gerät auch er ins Visier der Polizei.

Zwischen Triller und Komödie

Obwohl die beiden Protagonisten ständig an denselben Orten sind, begegnen sie sich nie. Es werden viele Orte in Berlin aufgezählt und gezeigt, bis es zu einem vermeintlichen Anschlag kommt: Eine Explosion, eine Autobombe, und Amirs Freund soll der Täter sein. Was folgt, wirkt auf den ersten Blick ein bisschen unglaubwürdig, doch ich lasse mich darauf ein. Warum reagiert sie immer so, wie sie es tut?

Schnell wird mir klar, dass der Comic ein bisschen skurril ist und sich nicht allzu ernst nimmt. So durchbrechen die beiden beispielsweise die vierte Wand, indem sie einen anstarren, nachdem sie den Satz „Wir sind aber keine Helden“ gesagt haben, und fragen: „Sehen Sie hier vielleicht Leser*innen?“ In einem Buchladen entdeckt Emma die Comicecke und zeichnet nicht nur einen ihrer Comics ins Regal, sondern eine wirklich tolle Auswahl.

Trotz der Ernsthaftigkeit des Themas nimmt sich der Comic nicht allzu ernst. Immer wieder werden Wasserspeier und ähnliche Figuren lebendig und folgen den Protagonisten. Manchmal schweben sie durch die Luft, manchmal sieht es aus, als würden die Protagonisten auf ihnen reiten. Es gibt Anspielungen auf alte Filme und die wohl schönsten Badeanstalten der Gegend sowie immer wieder entzückende Kinos. Ganz nebenbei ermitteln die beiden und entwickeln eine Zuneigung füreinander. Eine inhaltliche Anmerkung habe ich allerdings: von vor dem Überseemuseum bis zum HBF Bremen braut man keine 5 Minuten. 30 Sekunden zum Seiteneingang oder maximal 2 bis zum Haupteingang. Die Erwähnung von Bremen und den Kontext fand ich total spannend, aber über die Zeitangabe des Laufwegs musste ich schmunzeln.

Ich bin froh, dass ich mich auf diesen Genre-Mix eingelassen habe, auf die kleinen Skurrilitäten in diesem Comic, auf das Pendeln zwischen Paris und Berlin und auf die wirklich spannende Geschichte. Er ist ernst, gleichzeitig lustig, ein bisschen skurril, die vierte Wand wird durchbrochen, und es steckt so viel drin, was den Comic kurzweilig und irgendwie leichtgängig macht, trotz der Schwere des Themas, das im Mittelpunkt steht. Die vielen kleinen Details in den Zeichnungen, ein Wasserbett, in dem man versinken kann, fliegende Figuren, die an Brunnen und Wasserspeiern sind, zeigen einen Blick für die kleinen Schönheiten der Architektur. Ich mag die Bilder einfach sehr.

Emma und Amir – Im Schatten des Terrors ist eine unerwartete und doch gelungene Genremischung, die mit Leichtigkeit über Grausamkeiten siegt. Ein Statement mit einer deutlichen Prise Humor.

Emma und Amir - Im Schatten des Terrors ...

… ist nicht, was ich erwartet habe und doch wurde ich nicht enttäuscht.
… hat ein tolles, manchmal verspieltes Artwork.
… verpackt eine Geschichte um Terroranschläge in eine Art Screwball-Komödie.

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Emma und Amir – Im Schatten des Terrors

Szenario und Zeichnungen: Bianca Schaalburg
Hardcover mit 160 Seiten
ISBN: 978-3-96428-292-7
Erschienen am: 01.11.2025
bei Jacoby & Stuart

Der Comic wurde mir als kostenfreies Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung ist dadurch nicht beeinflusst.

© Jacoby & Stuart

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