Dead Space +Rezension+

Dead Space von Karli Wallace

Dieser Science-Fiction-Roman hat wenig mit dem Computerspiel zu tun, außer einer eher düsteren Zukunft und dem Bergbau. „Dead Space“ spielt im äußeren Gürtel. Es gibt Verschwörungen in der Politik und viel bedeutendere bei Großkonzernen. Doch auch Terrorismus spielt eine Rolle.

Hester Marley wurde nach einem Anschlag auf ihr Forschungsschiff unfreiwillig zur Security-Mitarbeiterin. Sie muss die Schulden bei der Firma, die sie gerettet hat, abbezahlen. Jetzt sind Arm, Bein und mehr von Hester aus Metall. Parthanope Enterprises hat sie vor der OP nicht gefragt. Von der KI-Expertin zur Ermittlerin. Dieser Abstieg wurde ihr aufgezwungen. Ein Kollege, der ebenfalls gerettet wurde, durfte im Bereich KI einen Job antreten, obwohl er eigentlich Robotik-Spezialist war. Doch schon bald ist er tot.

Hyperkapitalismus und KI

Hester ist von der Erde gestartet und nach einem Anschlag im äußeren Gürtel gestrandet. Kurz nachdem sich ein ehemaliger Kollege und ebenfalls Überlebender bei ihr gemeldet hat, stirbt er unter verdächtigen Umständen. Im Gegensatz zu ihr wurden bei ihm keine Körperteile durch Prothesen ersetzt. Für viele ist die Verbindung von Menschen und Maschinen, wie bei Hester durch ihre aufgezwungenen Prothesen, anstößig, für andere faszinierend, wenn auch auf unterschiedliche Weise. Außerdem gibt es eine Gruppe, die diese Verbindung als Teil der Evolution prophezeit: KIs werden erwachen und die Menschen retten. „Die Singularität wird kommen.“

Zu Beginn war ich mir noch nicht sicher, was hier geschieht. Wird es etwas Politisches sein? Wird es etwas Konzernpolitisches sein? Geht es um den Terrorismus? Auf jeden Fall ist das Setting in einer hyperkapitalistischen Welt, die in starkem Kontrast dazu steht, dass Hester eigentlich aus dem Forschungssegment kommt, unheimlich spannend. Ich war schon früh absolut fasziniert und gefesselt von dem Setting und sehr gespannt, was hinter den Geschehnissen steckt. Wird es eine einfache Mordermittlung sein, oder steckt viel mehr dahinter?

Im Laufe der Geschichte erfahren wir mehr über Hesters Hintergrund und in Rückblicken über ihre Forschungsarbeit. Dabei wird ein sehr diverses Umfeld gezeigt, wie beispielsweise eine Kollegin mit Frau und Kind oder auch nonbinäre Mitarbeitende. Gleichzeitig wird deutlich, dass die kriegerische Vergangenheit der Menschheit bis heute nachwirkt und viele Menschen tragen noch immer die Lasten dieser Geschichte mit sich. Die Ansätze zu Technik und KI sind äußerst spannend. Training und mögliche Einflüsse stehen im Mittelpunkt, doch eigentlich geht es um den Todesfall. Die Verhöre sind etwas zäh und ich hatte früh eine Idee, wohin die Geschichte führen könnte.

Mich fasziniert das Worldbuilding von Kali Wallace in Dead Space unheimlich. Es ist so hyperkapitalistisch, dass Menschen, die gerettet und ärztlich behandelt wurden, obwohl sie keine Entscheidung dazu treffen konnten, dennoch für die Rechnung aufkommen müssen. Das hat zur Folge, dass Hester für einen Konzern arbeiten muss, um ihre Arztrechnung zu bezahlen und vielleicht irgendwann einmal nach Hause fliegen zu können. Eine Art moderne Sklaverei.

Es dauert ein bisschen, aber im letzten Drittel nimmt die Geschichte immens an Fahrt auf. Es wird unheimlich spannend und es gibt einige Wendungen, auf die ich gehofft habe, und andere, die mich wirklich überrascht haben. Zum Schluss konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen, und das Ende hat mir außerordentlich gut gefallen.

Mir gefällt es sehr, dass hier eine intelligente und starke weibliche Persönlichkeit im Mittelpunkt steht, die von einer Frau geschrieben wurde und nein, die Prothesen machen sie nicht körperlich stark. Es gibt Diversität, Konzerne und mächtige Familienstrukturen. Auch wenn das Buch zwischendurch etwas langatmig war, hatte ich viel Spaß damit. Die Geschichte der Menschheit, die wir hier lernen, ist durchaus relevant, um die Zusammenhänge des Kriminalfalls zu verstehen. Genau dies macht sie sowohl düster als auch relevant.

Dead Space ...
… blickt auf die Nachwirkungen einer kriegerische Vergangnheit der Menschheit.
… spielt zwischen Hyperkapitalismus, Familienkonzernen und Technologie.
… behandelt Mensch-Maschine-Verschmelzung und die Macht von KIs.

Dead Space

Szenario: Kali Wallace
Übersetzung: Bernhard Kempen
Softcover mit 384 Seiten
ISBN: 978-3-453-32399-5
Erschienen am: 14.01.2026
beim Heyne Verlag

Das Buch wurde mir als kostenfreies Rezensionsexemplar via Bloggerportal zur Verfügung gestellt. Meine Meinung ist dadurch nicht beeinflusst.

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